# taz.de -- Demo für Krankenhäuser: Milliardenspritze für kranke Kliniken
       
       > Drei Milliarden Euro mehr vom Bund bekommen die Krankenhäuser 2009. Das
       > ist zu wenig: 60.000 Menschen wollen Donnerstag in Berlin für mehr Geld
       > demonstrieren.
       
 (IMG) Bild: Gehen wieder auf die Straße: Klinikmitarbeiter fordern mehr Geld vom Bund.
       
       Die rund 2.100 Kliniken in Deutschland erhalten ab dem kommenden Jahr rund
       drei Milliarden Euro zusätzlich vom Bund. Das habe am Mittwoch das
       Bundeskabinett beschlossen, erklärte Bundesgesundheitsministerin Ulla
       Schmidt (SPD). Bezahlen werden dies die Mitglieder der gesetzlichen Kassen
       mit ihren Beiträgen. Mit dem Geld sollen unter anderem bis Ende 2011 21.000
       zusätzliche Stellen in der Pflege finanziert werden.
       
       Zudem fällt 2009 der Sparbeitrag der Kliniken in Höhe von derzeit 230
       Millionen Euro weg, mit dem diese die Etats der gesetzlichen Kassen
       entlasten. Ein weiterer Punkt: Die für 2008 und 2009 vereinbarten Lohn- und
       Gehaltssteigerungen bei den Klinikmitarbeitern sollen zur Hälfte von den
       Kassen gegenfinanziert werden.
       
       Künftig können die Kliniketats auch stärker wachsen. Bislang dürfen sie
       dies nur im gleichen Maß wie die Grundlohnsumme ihrer Beschäftigten,
       derzeit lediglich 0,64 Prozent. Angesichts steigender Energiepreise,
       höheren Tariflöhnen und Inflation ließ sich dies nur durch strikte
       Einsparungen bewältigen. Ministerin Schmidt sieht damit alle Möglichkeiten
       erschöpft, den Kliniken zu helfen: "Es gibt nicht mehr Geld."
       
       Die Deutsche Krankenhausgesellschaft will sich damit nicht abfinden und
       fordert insgesamt 6,7 Milliarden Euro mehr. Der Bund müsse unter anderem
       die gesamten Lohnsteigerungen gegenfinanzieren, um ein Kliniksterben zu
       verhindern.
       
       Für den heutigen Donnerstag haben Gewerkschaften, Städtetag und Kliniken
       eine Demonstration von 60.000 Menschen in Berlin angekündigt.
       Gesundheitsministerin Schmidt erklärte, sie werde sich mit den
       Veranstaltern treffen, auf deren Forderungen jedoch nicht eingehen: "Jetzt
       muss auch gut sein."
       
       25 Sep 2008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Matthias Lohre
 (DIR) Matthias Lohre
       
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