# taz.de -- Ticker der US-Wahlnacht: Yes, he can!
       
       > Demokrat Obama wird neuer Präsident der USA. McCain räumt seine
       > Niederlage ein und gratuliert Obama zum Wahlsieg. 93 Prozent der
       > Schwarzen wählten Obama, 51 Prozent aller US-Wähler.
       
 (IMG) Bild: Predigt zum Wahlsieg den Wandel: Obama wird Bush-Nachfolger.
       
       8:30 - Ende des Livetickers 
       
       8:20 - Wirtschaftsnobelpreisträger feiert Obama 
       
       Auch Paul Krugman, nobelpreistragender Ökonom und Kolumnist der New York
       Times, freut sich offenbar über den Sieg von Obama. In seinem Blog der
       [1][NYT] scheibt er: "Ein grandioser Sieg für Barack Obama. Und behalten
       wir die Kampagne im Gedächtnis, die in ihren letzten Stadium wirklich
       andere Regierungsphilosophien vertreten hat. Das hier war nicht wie die
       2004-Kampagne, bei der sich im Endeffekt um falsche Änderungen gestritten
       wurde (...) Bei dieser Wahl ist Obama stolz für progressive Werte und die
       Überlegenheit von progressiver Politik aufgestanden; John McCain dagegen
       hat ihn als Sozialisten, als Umverteiler denunziert."
       
       8:05 - Obamas Wahlsieg international begrüßt 
       
       Der Wahlsieg des demokratischen Kandidaten Barack Obama bei der
       US-Präsidentschaftswahl ist international begrüßt worden. Staats- und
       Regierungschefs aus aller Welt gratulierten dem 47-Jährigen am Mittwoch zu
       seinem Sieg, darunter Bundespräsident Horst Köhler, Frankreichs Präsident
       Nicolas Sarkozy und der britische Premier Gordon Brown. Glückwünsche kamen
       auch aus Afghanistan, wo die USA gegen die radikalislamischen Taliban
       kämpfen. Die Regierung im Irak rechnete nach eigenen Angaben auch unter dem
       künftigen Präsidenten Obama nicht mit einem raschen Truppenabzug der USA.
       
       7:15 - Die Siege in den Heimatstaaten 
       
       Die Ergebnisse in den Bundesstaaten, aus denen die beiden Kandidaten
       stammen: McCain gewinnt sein Arizona mit 54 zu 45 Prozent. Geht so. Besser
       Obama in Illinois mit 61 zu 38 Prozent. In seinem Geburtsstaat Hawaii
       hingegen legt der kommende Präsident ein Sahneergebnis hin: 76 zu 23
       Prozent nach den ersten Auszählungen auf den Pazifikinseln.
       
       7:00 - Bush hat Obama schon eingeladen 
       
       Er solle so schnell er könne das Weiße Haus besuchen, sagte George W. Bush
       seiner Sprecherin zufolge gegenüber Obama.
       
       6:47 - Republikaner verlieren den Gouverneursposten in Missouri 
       
       Das Amt geht nun mit deutlichem Vorsprung an den Demokraten Nixon.
       
       6:20 - Finger wund gewählt 
       
       1.053.791 - das ist die Zahl der Anrufe, die die Obama-Kampagne am Wahltag
       getätigt hat, um auch noch die letzten Kurzentschlossenen für die
       Demokraten an die Urne zu ziehen.
       
       Kurz vor 6 - Obama tritt auf 
       
       In Chicago tritt er vor über Hundertausend seiner Anhänger - und lässt sich
       für seinen Wahlsieg feiern. "Es hat lange gedauert: Der Wechsel ist nach
       Amerika gekommen", sagt er in seiner Rede. Und weiter: "McCain hat für
       unser Land Opfer gebracht, die wir uns nicht vorstellen können. Ich
       gratuliere ihm und freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten."
       
       Nach solchen Höflichkeiten lobt er sich selbst und seine Anhänger: Es sei
       die "beste Wahlkampagne" gewesen, die Amerika je erlebt habe. Die Wahl habe
       bewiesen, dass es wirklich im Wortsinne Vereinigte Staaten von Amerika
       seien, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg.
       
       Das sei "ein Beweis der Macht der Demokratie", sagt ein strahlender Obama.
       In Redepausen skandierten seine Anhänger "Yes, we can".
       
       Er erinnert an die Soldaten in Irak und Afghanistan, die in diesem Moment
       in der Wüste aufwachten. Und erklärte: "Ich weiß, die Regierung kann nicht
       alle Probleme lösen. Aber ich werde immer aufrichtig sein, was die Probleme
       sind, vor denen wir stehen."
       
       Die 106 Jahre alte Frau 
       
       Obama erinnert an eine 106 Jahre alte Frau, die heute zur Wahl gegangen
       sei: Ann Nixon Cooper. Diese Frau sei eine Generation nach der Sklaverei
       geboren worden. Er erinnert an das, was sie in über einem Jahrhundert
       erlebt hat: Die Unterdrückung der Frau. Die Rezession in den Dreißiger
       Jahren. Den Angriff auf Pearl Harbour. Der Kampf gegen die Rassentrennung.
       Den Prediger Martin Luther King. Den Fall der Mauer in Berlin. Und nach
       jeder Episode, die er skizziert, sagt er "Yes, we can" - und nach einer
       Weile stimmen seine Zuhörer ein.
       
       "Diese Frau hat erlebt, wie Amerika sich ändern kann.", sagt Obama
       schließlich. "Yes, we can." Das klingt wie eine Predigt. Und ist wohl auch
       so gemeint. Ann Nixon Cooper hatte CNN-Moderator Don Lemon erklärt, sie
       habe sich geschworen, nicht zu sterben, bevor ein Schwarzer Präsident
       werde.
       
       5:50 - Jungwähler für Obama 
       
       Bei den Wählern unter 30 führt Obama mit 66 zu 33 Prozent - damit schneiden
       die Demokraten in dieser Gruppe weitaus besser ab als bei früheren Wahlen.
       Bei den Erstwählern führt er mit 71 zu 29 Prozent. Vor vier Jahren bei
       Kerry waren es nur 53 zu 46 Prozent.
       
       Das "Blut schwarzer Sklaven" 
       
       Bei den Schwarzen Wählern gewinnt Obama mit 96 zu 3 Prozent. Der schwarze
       Kongressabgeordnete Danny K. Davis sagt zur taz: "Diese Nacht ist die
       Erfuellung von Träumen, die schon tot waren. Dieser Erfolg ist errungen mit
       dem Blut von Generationen schwarzer Sklaven."
       
       5:40 - Freudensprung des Dollars 
       
       Nach der Wahl von Barack Obama zum neuen Präsidenten der USA hat der Dollar
       gegenüber dem Euro zugelegt. Der Euro, der im Vormittagshandel an den
       asiatischen Börsen mit einem Minus von 0,2 Prozent praktisch stabil
       geblieben war, gab nach den ersten Meldungen über Obamas Wahlsieg um 0,9
       Prozent nach.
       
       5:36 - Obama bittet McCain um Hilfe 
       
       Der Wahlsieger Barack Obama hat den unterlegenen Präsidentschaftskandidaten
       John McCain's um Mithilfe bei der Führung der USA gebeten. Obamas Sprecher
       Robert Gibbs sagte, McCain habe Obama um 23.00 Uhr angerufen und seine
       Niederlage eingeräumt. Obama habe McCain gedankt und ihm gesagt, dass er
       einen harten Wahlkampf geführt habe. Dabei habe sich der republikanische
       Politiker stets ehrenhaft verhalten. Obama sagte nach Angaben seines
       Sprechers zu McCain: "Ich brauche ihre Hilfe, Sie sind ein Führer in so
       vielen wichtigen Fragen."
       
       Senatorin Hillary Clinton gratulierte Obama in der Zwischenzeit ebenfalls.
       
       5:30 - Bush gratuliert Obama 
       
       Laut Fernsehberichten hat auch US-Präsident Bush dem Demokraten Obama zum
       Wahlsieg gratuliert.
       
       5:20 - McCain gratuliert Obama zum Wahlsieg 
       
       Unter dem Buhen seiner Anhänger verkündet der republikanische Kandidat
       McCain, dass er seinem Herausforderer Obama zum Wahlsieg gratuliert hat.
       "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen", sagte
       McCain vor Unterstützern in Phoenix im Bundesstaat Arizona.
       
       "Wir haben so hart gekämpft wie wir konnten. Aber obwohl wir gescheitert
       sind, der Fehler ist nicht Eurer, er ist meiner", so der Republikaner
       weiter. Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle
       Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu
       werden, sagte er unter Buhrufen und Pfiffen aus seiner Anhängerschaft.
       McCain sprach von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für
       die Schwarzen in Amerika. Er dankte auch seiner Vize-Kandidatin Sarah
       Palin.
       
       Auch die Westküstenstaaten Kalifornien, Washington und Oregon stimmen für
       Obama.
       
       5:00 - Obama gewinnt Florida 
       
       Barack Obama wird neuer Präsident der USA. Er liegt laut Hochrechnung auch
       im Swing State Florida vor Konkurrent McCain. Überall im Land brach
       tosender Jubel unter Hunderttausenden Obama-Anhängern aus, als mehrere
       Sender die Nachricht kurz nach 23.00 Uhr Ostküstenzeit (0500 MEZ Mittwoch)
       verbreiteten.
       
       Mit lautem Jubel quittieren mehr als Hunderttausend Anhänger im Chicagoer
       Grant Park die Hochrechnung bei CNN. Die Gaeste der beiden Kandidaten Obama
       und Biden stürmen aus den extra für sie aufgestellten Festzelten, drängen
       zu den überall aufgestellten TV-Leinwänden.
       
       Im Fernsehen waren Bilder von Jesse Jackson zu sehen, der mit Tränen in den
       Augen auf Obamas Wahlkampfparty in Chicago stand.
       
       4:45 - Es sieht sehr gut aus für Obama 
       
       Sowohl in Virginia wie auch in Florida liegt er bei den Auszählungen knapp
       vorn, auch wenn sich CNN und NBC noch nicht zutrauen, zu entscheiden. Fox
       meldet dagegen, Virginia geht an Obama. Das wäre der Sieg.
       
       4:35 - McCains traurige Wahlparty 
       
       Traurige Veranstaltung: [2][Gawker.com] zeigt Bilder von der McCain-Party
       aus Ohio. Besonders bedröppelt hängt ein riesiges Banner mit "Victory in
       Ohio" in der Gegend herum...
       
       4:28 - Kubaner für Obama 
       
       Während landesweit weiter Stimmen ausgezählt werden, startet im Fernsehen
       bereits die Analyse der Wahl: 35 Prozent der Kubaner in Florida sollen für
       Obama gestimmt haben - und das, obwohl die McCain-Kampagne in letzter
       Minute gezielt versuchte, antikommunistische Resentiments der kubanischen
       Community zu schüren, die traditionell eher republikanisch stimmt - ein
       überraschend gutes Ergebnis für den Demokraten.
       
       Insgesamt stimmten laut [3][CNN-Informationen] 67 Prozent der Latino-Wähler
       für Obama und nur 30 Prozent für McCain.
       
       4:12 - Wahlsieg für Marihuana-Anhänger in zwei Bundesstaaten 
       
       In Michigan und Massachusetts haben die Wähler sich für eine Lockerung der
       strikten Drogengesetze ausgesprochen. Nach ersten Hochrechnungen stimmte
       die Mehrzahl der Wähler in Massachusetts bei einer Volksabstimmung für die
       Abschaffung harter Strafen für den Besitz geringer Mengen Marihuana. Statt
       einer strafrechtlichen Verfolgung erwachsener Bürger, die bis zu 28 Gramm
       der Droge besitzen, soll es künftig nur noch Bußgelder geben.
       
       In Michigan wurde die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke
       gebilligt. Michigan ist damit der 13. US-Staat, in dem Patienten mit
       ärztlicher Genehmigung unter bestimmten Bedingungen Zugang zu der Droge
       haben.
       
       Und: Das Onlinemagazin [4][slate.com] freut sich früh - und titelt schon
       jetzt: "President Obama - He won Ohio. He's going to the White House."
       
       4:05 - Texas an McCain, Iowa an Obama 
       
       Erwartungsgemäß gehen die Bundesstaaten Louisiana, Texas, Mississippi und
       Utah an John McCain, Obama gewinnt Iowa und New Mexico. Ergebnis: 207
       Wahlmänner für Obama, 129 für McCain.
       
       Das bedeutet auch, dass Obama den Republikanern mit Iowa, New Mexico und
       Ohio bereits drei Staaten abnehmen konnte - sein Herausforderer McCain
       konnte dagegen keinen einzigen 2004 von Demokraten gewonnen Staat holen.
       
       3:51 - Wie sähe es bei Verhältniswahlrecht aus? 
       
       Würde in den USA wie in Deutschland und vielen anderen Demokratien mit
       Verhältniswahlrecht über ihren Präsidenten abstimmen, wäre es ein Kopf an
       Kopf-Rennen: Bislang stimmten 18,8 Millionen der Wähler für Obama, 18,5
       Millionen für einen neuen Präsidenten McCain.
       
       3:42 - Es wird knapp für McCain 
       
       Es wird knapp für McCain: MSNBC zufolge hat hat Obama schon 200 Wahlmänner
       auf seiner Seite, McCain erst 90. Laut CNN-Berechnungen sind es 199 (Obama)
       zu 78 (McCain).
       
       3:22 - Obama gewinnt Ohio 
       
       Fox meldet nach eigenen Projektionen, Swing-State Ohio geht an Obama - und
       wechselt damit zu den Demokraten. ABC und CBS bestätigen. Das ist der erste
       wichtige Schritt zu einem möglichen Sieg von Obama. Ein Schlag für McCain -
       denn in den letzten 100 Jahren ist es kein Republikaner Präsident geworden,
       der in Ohio verloren hat...
       
       3:00 - Obama 175, McCain 70 
       
       In New York, Michigan, Minnesota, Wisconsin und Rhode Island gewinnt Obama
       die Mehrheit, Kansas, Wyoming und North Dakota gehen an McCain.
       
       "Es ist ein guter Zeitpunkt, eine Pizza zu bestellen", so der MSNBC-Anchor
       - denn jetzt könne es noch Stunden weitergehen.
       
       2:50 - Rennen in Indiana und Virginia noch offen 
       
       Doch noch immer hat Obama keinen einzigen Staat, der bei den letzten Wahlen
       in republikanischer Hand war, für sich entscheiden können. Vor allem in den
       als wichtig geltenden Swing States Indiana und Virginia liegen beide
       Kandidaten Kopf an Kopf - und auch in Florida ist noch nichts entschieden.
       Um 3 Uhr werden fünfzehn weitere Bundesstaaten ihre Wahllokale schließen.
       
       2:30 - Alabama und Georgia geht an McCain 
       
       Nach Prognosen von MSNBC hat Republikaner John McCain in den Bundesstaaten
       Alabama und Georgia die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können.
       Damit kann er nun 58 Wahlmänner auf seiner Seite verbuchen.
       
       Derweil strömen tausende Obama-Anhänger auf die Feier von Barack Obama in
       Chicago. Bis zu einer Million Menschen werden dort erwartet.
       
       2:10 - Obama siegt in Pennsylvania 
       
       Obama hat nach Angaben von US-Sendern die Wahl im umkämpften US-Bundesstaat
       Pennsylvania und New Hampshire gewonnen. Die Sender ABC und NBC vermeldeten
       das Ergebnis unter Berufung auf eigene Hochrechnungen. Pennsylvania war
       einer der am härtesten umfochtenen Staaten zwischen Obama und dem
       Republikaner John McCain.
       
       Pennsylvania gilt als einer von drei entscheidenden Bundesstaaten und
       beschert Obama 21 Wahlmänner. Damit kann der Demokrat insgesamt 103
       Wahlmänner auf sich vereinen, McCain stagniert bei 34.
       
       2:07 - Schrecksekunde für McCain 
       
       Derweil gab es eine Schrecksekunde für den republikanischen Kandidaten
       McCain: In letzter Minute musste sein Pilot die Landung in Albuquerque im
       Bundesstaat New Mexico abbrechen. McCains Kampagnen-Flugzeug "Straight Air
       Talk" befand sich schon im Landeanflug, als der Pilot die Boeing 737 etwa
       90 Meter über dem Boden plötzlich wieder hochzog. Nach einer weiteren Runde
       setzte die Maschine schließlich unter dem Applaus von Journalisten und
       Besatzung sicher auf.
       
       2:00 - Obama gewinnt in sieben Staaten 
       
       Obama gewinnt laut Prognosen von CNN und Fox in sieben Bundesstaaten:
       Conneticut, Delaware, Illinois, Maine, Maryland, Massachusetts, New Jersey
       und der Hauptstadt Washington DC. McCain kann die Wahlen in Oklahoma, South
       Carolina und Tennesee für sich entscheiden.
       
       Die Wahllokale in verschiedenen weiteren Staaten sind geschlossen: In
       Oklahoma, Pennsylvania, Tennesee, Conneticut, Delaware, District Columbia,
       Illinois, Maine, Maryland, Massachusetts, Mississippi, Missouri, New
       Hampshire und New Jersey ist die Stimmabgabe abgeschlossen.
       
       Bei den Senatswahlen nehmen die Demokraten den Republikanern einen Sitz ab:
       Nach ersten Prognosen des Nachrichtensenders CNN gewinnt Demokrat Mark
       Warner in Virginia - er liegt derzeit zehn Prozent vor seinem
       republikanischen Rivalen James Gilmore.
       
       1:46 - McCain gewinnt South Carolina 
       
       Der republikanische Kandidat John McCain gewinnt im Bundesstaat South
       Carolina. Damit kann er 16 Wahlmänner auf seinem Konto verbuchen.
       
       Derweil berichtet die Internetseite [5][Slate.com] von Problemen in
       Wahllokalen: Berichtet wird von langen Schlangen, Anträngen, die Wahllokale
       länger geöffnet zu halten und von Problemen mit optischen
       Wahlscanner-Maschinen - und wird fortlaufend aktualisiert.
       
       1:38 - Die frühen Wähler 
       
       Mehr als 31 Millionen US-Amerikaner haben bereits vor dem eigentlichen
       Wahltag abgestimmt. Groß war der Run auf die Urnen vor allem in den
       umkämpften Staaten.
       
       Eins steht jetzt schon fest: Nie haben so viele Wahlberechtigte in den USA
       bereits vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgegeben, wie in diesem
       Jahr. Michael McDonald von der George Mason University hat auf seiner
       Website genaue Statistiken geführt.
       
       Und die Zahlen sind beeindruckend: Insgesamt haben in den letzten Wochen
       bereits 31 Millionen US-Amerikaner gewählt. Gemessen an den letzten
       Präsidentschaftswahlen 2004 entspricht das einem Viertel der damals
       insgesamt abgegebenen Stimmen.
       
       Vor allem in den umkämpften "Swing-States" ist das Vorab-Wählen beliebt.
       Spitzenreiter ist Colorado, wo mehr als 1,7 Millionen Menschen vor dem 4.
       November gewählt haben - das sind unglaubliche 80 Prozent der 2004
       abgegebenen Stimmen.
       
       Alle Staaten, alle Zahlen gibt es unter:
       [6][http://elections.gmu.edu/early_vote_2008.html] 
       
       1:25 - Holografische Korrespondentin 
       
       Zur ganz besonderen Wahl wartet der US-Nachrichtensender CNN mit
       technologischer Innovation auf: Die in Chicago stationierte CNN-Reporterin
       Jessica Yellin wurde mit modernster Kameratechnolgie in das zentrale
       Wahlstudio "gebeamt". Moderator Wolf Blitzer unterhielt sich mit der
       holografisch projiziert Korrespondentin. Eine bislang einmalige Technik,
       wie CNN betonte. Mit ihren leuchtenden Konturen erinnere sie Wolf Blitzer
       an Prinzessin Leia aus den populären Star-Wars-Filmen.
       
       Die Online-Zeitung Huffington Post berichtet von einer Wählerumfrage aus
       Kreisen der Demokraten, laut denen Obama in wichtigen Swing States wie
       Floriada, Ohio und Pennsylvania für sich entscheiden, McCain soll in
       West-Virginia und Georgia die Nase vorn haben. Allerdings warnt die
       Huffington Post, dass diese Zahlen aus demokratischen Quellen nicht
       verlässtlich und damit mit Vorsicht zu genießen sind.
       
       1:00 - McCain gewinnt in Kentucky, Obama in Vermon 
       
       John McCain hat die Präsidentschaftwahl im US-Staat Kentucky gewonnen,
       Barack Obama in Vermont. Damit erhält McCain die ersten acht, Obama die
       ersten drei Wahlmännerstimmen. Auch in Georgia, South Carolina und Virginia
       schließen die Wahllokale.
       
       In Indiana gibt es dagegen noch kein Ergebnis. Die Wähler in Indiana haben
       seit 1964 nicht mehr für einen Demokraten votiert. Laut einer Umfrage der
       unabhängigen Wahl-Website RealClearPolitics.com lag Obama in Indiana
       zuletzt aber nur noch 1,4 Prozentpunkte hinter seinem republikanischen
       Kontrahenten John McCain.
       
       0:00 - Rekordwahlbeteiligung und Schlangen vor den Wahllokalen 
       
       Die ersten Wahllokale in Indiana und Kentucky sind geschlossen. Erste
       Prognosen der US-Fernsehsender werden in Kürze erwartet.
       
       Bereits eine Stunde später schließen die Wahllokale unter anderen in den
       wichtigen Schlachtfeld-Staaten in Florida, Virginia und South Carolina.
       Frühestens um etwa zwei bis drei Uhr MEZ dürfte sich abzeichnen, ob Obama
       die Wahlen für sich entscheiden können wird.
       
       Nach Behördenangaben sind bei diesen Wahlen so viele Bürger zu den Urnen
       geströmt wie nie zuvor. Vielerorts mussten Wähler in langen Schlangen vor
       den Wahllokalen warten. Im Swing State Missouri rechnete die Wahlleitung
       mit einer Rekordbeteiligung von fast 78 Prozent, in Ohio zeichnet sich nach
       dortigen Behörden eine Beteiligung von 80 Prozent ab. Barack Obama hat gute
       Chancen, als erster Schwarzer der Geschichte in das Weiße Haus einzuziehen.
       
       Die Finanz- und Wirtschaftskrise war mit großem Abstand das wichtigste
       Thema für die Wähler in den USA, so eine ap-Umfrage. Sechs von zehn Wählern
       im ganzen Land nannten die Sorge um die Volkswirtschaft als wichtigsten
       Faktor ihrer Wahlentscheidung. Vier von zehn Wählern gaben zudem an, die
       finanzielle Situation ihrer Familie habe sich in den vergangenen vier
       Jahren verschlechtert.
       
       Etwa die Hälfte der Befragten zeigte sich sehr besorgt, dass die
       gegenwärtige Wirtschaftskrise die eigene finanzielle Lage belasten werde.
       Ein weiteres Drittel äußerte sich zumindest einigermaßen besorgt.
       Gleichwohl gab fast die Hälfte der Wähler an, dass sie eine Verbesserung
       der nationalen Wirtschaftslage im nächsten Jahr erwarteten.
       
       Kein anderes Thema, darunter die Energiepolitik, der Irak-Krieg, der
       Terrorismus und die Gesundheitsversorgung, hatte bei den Wählern einen
       höheren Anteil als zehn Prozent. Die Wählernachfrage beruht auf einer
       Stichprobe von nahezu 10.000 Wählern nach ihrer Stimmabgabe.
       
       Nach einer letzten landesweiten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts
       Gallup für die Zeitung USA Today wollten 53 Prozent der Befragten Obama als
       neuen Präsidenten, 42 Prozent sprachen sich für McCain aus. In anderen
       Umfragen betrug der Vorsprung für den 47-jährigen Senator aus Illinois etwa
       sieben Prozentpunkte. Besonders wichtig war auch, dass Obama auch in den
       beiden als möglicherweise entscheidend betrachteten Staaten Ohio und
       Pennsylvania führt, während sich in Florida ein Kopf-an-Kopf-Rennen
       abzeichnete.
       
       (mit ap, afp, dpa)
       
       4 Nov 2008
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/11/04/mandate/
 (DIR) [2] http://gawker.com/5076637/john-mccains-sad-ohio-party
 (DIR) [3] http://edition.cnn.com/video/#/video/politics/2008/11/04/schneider.latino.voters.cnn
 (DIR) [4] http://www.slate.com/
 (DIR) [5] http://www.slate.com/id/2203665/
 (DIR) [6] http://elections.gmu.edu/early_vote_2008.html
       
       ## TAGS
       
 (DIR) USA
       
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       Diskriminierung von schwarzen Bürgern bei Wahlen. Barack Obama zeigt sich
       „zutiefst enttäuscht“.
       
 (DIR) STAATSBESUCH: 24 Stunden im Ausnahmezustand
       
       Barack Obama besucht Berlin erstmals als US-Präsident. Für die Berliner
       bedeutet das eine Menge Einschränkungen. Ihm zujubeln dürfen sie auch
       nicht.