# taz.de -- Kommentar Hauptschul-Aus: Eine späte Einsicht
       
       > Die Hauptschulen abzuschaffen, bedeutet nicht automatisch mehr
       > Bildungsqualität im Land. Aber es ist die richtige Antwort auf die Angst
       > von immer mehr Eltern vor dem sozialen Abstieg ihrer Kinder.
       
 (IMG) Bild: In Niedersachsen wird in Zukunft nicht mehr mit den Hauptschulen gerechnet.
       
       Pisa hilft nicht immer: Sachsen mit seinem zweigliedrigen System schneidet
       im Bildungsranking gut ab, aber auch das Hauptschul-Land Bayern. Das Aus
       für die Hauptschule heißt also nicht unbedingt mehr Bildungsqualität. Es
       ist aber sehr wohl ein Weg, der Angst vieler Eltern vor dem sozialen
       Abstieg ihrer Kinder zu begegnen und gleichzeitig wohnortnahe Schulen zu
       erhalten.
       
       CDU und FDP in Niedersachsen sagen erst jetzt der Hauptschule langsam
       Adieu, eine späte Einsicht. Viel zu lange haben sie an der Problemschule
       herumgedoktert und viele Kinder in eine möglicherweise prekäre Zukunft
       geschickt. Hauptschulen fördern vielerorts die soziale Spaltung, Chancen
       von Hauptschülern auf eine Ausbildung sind gering - immer mehr Abiturienten
       drängen ins duale System. Aber: Besser spät als nie.
       
       Die Ideologen haben sich der Realität gebeugt.Trotz aller Anstrengungen für
       die Hauptschulen ist seit langem klar, dass der Trend kaum aufzuhalten ist.
       Wer den Elternwillen nicht beschneiden will, muss die Hauptschule auf Dauer
       schließen. Das ist die Lehre aus Lehrermangel, sinkenden Schülerzahlen
       insgesamt und vor allem bei der Schule der Verlierer.
       
       Jetzt braucht das Land noch mehr Chancengleichheit - warum nicht durch ein
       Ende der elenden Bremserei bei der Gesamtschulen?
       
       19 Jan 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kai Schöneberg
       
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       ist das zu wenig: Sie fürchtet, dass auch die neue Schulform in die
       Sackgasse führt.