# taz.de -- Kommentar Hafen und Arbeit: Die Chance nach dem Rausch
       
       > Die Ernüchterung nach 20 Jahren Wachstumsrausch ist groß - zu Unrecht.
       
 (IMG) Bild: Ein Bild aus besseren Tagen: Bremerhaven wie es boomt und lacht. Jetzt dräut der Kater Kurzarbeit.
       
       Aus heiterem Himmel bricht das Problem nicht herein. Bereits seit locker
       einem Jahr ist klar gewesen, dass es kommen wird. Dass die Krise der
       Weltwirtschaft ausgerechnet Häfen verschonen würde, durfte füglich niemand
       erwartet haben. Die Ernüchterung nach 20 Jahren Wachstumsrausch ist groß -
       zu Unrecht.
       
       Die Welt wird nicht wieder so werden, wie sie bis vor kurzem war, und das
       ist kein Nachteil. Die ungehemmte und hemmungslose Globalisierung ist
       Vergangenheit, und darin liegt die Chance.
       
       Deshalb müssen speziell die Häfen vorbereitet sein auf die demnächst erneut
       anschwellenden Warenströme. Und das bedeutet in erster Linie: Kooperation.
       Wenn der Kuchen kleiner wird, darf der Konkurrenzkampf der norddeutschen
       Häfen um die Kisten auf den Kais nicht noch härter werden. Zusammenarbeit
       und Arbeitsteilung sind der richtige Weg.
       
       Dafür muss die Nationale Maritime Konferenz am nächsten Wochenende die
       Weichen stellen, dafür muss der Bund endlich das seit Jahren verschlampte
       nationale Hafenkonzept vorlegen. Die jetzige konjunkturelle Verschnaufpause
       bietet die einmalige Gelegenheit, die Tore zur Welt koordiniert und
       umweltschonend umzugestalten.
       
       Diese Chance muss genutzt werden - nicht für Rationalisierung von Arbeit,
       sondern für deren Optimierung.
       
       23 Mar 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven-Michael Veit
       
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