# taz.de -- Schon 149 Tote in Mexiko-Stadt: Zur Grippe noch ein Erdbeben
> Die Zahl mutmaßlicher Todesfälle durch die Schweinegrippe in Mexiko nimmt
> zu - und nun kommt noch ein Erdbeben hinzu. Verdachtsfälle in Bielefeld
> bestätigen sich nicht, dafür zwei Fälle in Großbritannien.
(IMG) Bild: Die Menschen in Mexiko-Stadt müssen einiges aushalten.
MEXIKO/BIELEFELD dpa/ap/afp | Zu allem Unglück hat am Montag auch noch ein
Erdbeben Mexiko erschüttert. In Mexiko-Stadt verließen Tausende von
Menschen die Bürogebäude, Hochhäuser und Restaurants, um sich in Sicherheit
zu bringen.
Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam hatte das Beben eine Stärke
von 5,7. Das Epizentrum lag den Angaben zufolge in der Nähe von
Chilpancingo, rund 210 Kilometer südwestlich von Mexiko-Stadt. Das Beben
hat demnach insbesondere den Ferienort Acapulco und die Hauptstadt von
Guerrero, Chilpancingo, erschüttert.
Das Erdbeben hat aber zum Glück nach Angaben des Innenministeriums "keine
bedeutenden Schäden" angerichtet. Im südlichen Bundesstaat Guerrero sei
eine Frau nach dem Beben am Montag an einem Infarkt gestorben, teilte die
Polizei mit. Ansonsten seien einige Gebäude beschädigt worden.
149 Tote durch Schweinegrippe
Mexikos Regierung korrigierte die Zahl der mutmaßlichen Todesfälle durch
Schweinegrippe erneut nach oben auf inzwischen 149. Gesundheitsminister
Jose Angel Cordova sagte am Montag, die Zahl der Toten könnte zudem noch
steigen. Die meisten Opfer seien zwischen 20 und 50 Jahre alt. Außerdem
gibt es bereits 1.614 Verdachtsfälle.
Die Schulen, die bislang nur in Mexiko-Stadt geschlossen waren, würden nun
landesweit bis zum 6. Mai geschlossen.
WHO erhöht Grippe-Warnstufe Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat
angesichts der weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe die
Pandemie-Warnstufe von derzeit drei auf vier erhöht. Das teilte die
UN-Organisation am späten Montagabend an ihrem Sitz in Genf mit. Die
Warnskala geht bis Stufe sechs.
Mit der Anhebung der Warnstufe signalisiert die WHO, dass das Risiko einer
weltweiten Epidemie, also einer Pandemie, deutlich gestiegen ist. Das heißt
aber nicht, dass eine Pandemie unvermeidlich ist. Der stellvertretende
WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda sagte aber, dass eine Eindämmung derzeit
kaum möglich sei, da das Virus sich bereits auf mehrere Länder verbreitet
habe.
Die WHO empfiehlt derzeit keine Reisebeschränkungen oder gar das Schließen
von Grenzen, erklärte die Organisation auf ihrer Website. Wenn möglich
sollten aber Reisen in gefährdete Gebiete vermieden werden. Es gehe
grundsätzlich keine Gefahr vom Genuss gekochten Schweinefleisches und
Produkten aus Schweinefleisch aus, hieß es weiter.
Bislang keine Schweinegrippe in Deutschland
Die drei Verdachtsfälle auf Schweinegrippe in Bielefeld haben sich derweil
als unbegründet erwiesen. In zwei Fällen gab das Bielefelder Klinikum
Entwarnung. Ein zunächst von den Behörden bestätigter dritter Verdachtsfall
entpuppte sich als Fehlinformation. War zunächst von drei möglichen
Patienten die Rede, stellte sich später heraus, dass nur bei einem
Geschwisterpaar Verdachtssymptome festgestellt worden waren, wie das
Presseamt der Stadt auf Anfrage mitteilte. Wie es zu der Fehlinformation
gekommen war, wurde am Montagabend noch geprüft.
Ein junger Mann hatte nach seiner Rückkehr aus einem Mexiko-Urlaub über
eine fieberhafte Erkältung geklagt und war nach Behördenangaben auf die
Isolierstation des Klinikums der Stadt verlegt worden. Auch seine Schwester
stand im Verdacht, sich in Deutschland bei ihm mit der Schweinegrippe
angesteckt zu haben. Schnelltests fielen jedoch noch am Montag bei den
Geschwistern negativ aus. "Damit kann nahezu ausgeschlossen werden, dass
sie Schweinegrippe haben", sagte ein Sprecher des Klinikums.
Zwei bestätigte Fälle in Großbritannien
In Großbritannien wurden dagegen erste Schweinegrippe-Fälle bestätigt. Zwei
Menschen, die aus Mexiko zurückgekehrt seien, trügen das Virus in sich,
teilte die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon am Montagabend
mit.
27 Apr 2009
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