# taz.de -- Kommentar Mediaspree: Der Sound für eine neue Stadtpolitik
       
       > Wer die Megaspree-Demo als bloßes Comeback einer partysüchtigen
       > Tanzjugend abtut, hat nichts verstanden.
       
 (IMG) Bild: Politik mit Musik und Lufblasen: Teilnehmer der Megasprree-Demo am Samstag
       
       Tausende Raver hüpften und tanzten durch die Stadt - ausgerechnet am einst
       traditionell für die Loveparade reservierten zweiten Juli-Samstag. Doch wer
       die Megaspree-Demo als bloßes Comeback einer partysüchtigen Tanzjugend
       abtut, hat nichts verstanden. Und vor allem nicht zugehört.
       
       Denn die Beats standen nicht nur für sich selbst. Sie waren Soundträger für
       Parolen gegen eine einseitig betonlastige Stadtentwicklung. Politik, das
       hat der Megaspree-Rave gezeigt, kann durchaus auch Spaß machen. Und Spaß
       muss auch Politik machen. Denn den Protagonisten der Berlin prägenden
       Subkultur werden leider immer nur Steine in den Weg gelegt - nicht nur an
       den begehrten Ufern der Spree.
       
       Erstaunlich scheint, dass viele der Demoraver dennoch auf die Vernunft der
       Politiker hoffen. "Wowi, tu was!" war gleich auf mehreren Pappschildern zu
       lesen. Doch das kommt nicht von ungefähr. Immerhin wurde Wowereit zu Beginn
       seiner Amtszeit gern als "Regierender Partymeister" bezeichnet. Wowereit
       und seiner in Umfragen arg gebeutelten SPD wird eine bunte, lebendige und
       an der Entwicklung der Stadt interessierte Klientel auf dem Tablett
       geboten. Der Regierende müsste nur zugreifen. Zum Beispiel, indem er die
       auch parteiintern ins Abseits geratene Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg
       Junge-Reyer "wegbasst", die seit einem Jahr trotz des gegenteiligen
       Bürgerentscheids an der Mediaspree-Bebauung festhält. Das wäre extrem
       befreiend, hochpolitisch. Und ein wunderbare Anlass für den nächsten Rave
       vor dem Roten Rathaus.
       
       12 Jul 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gereon Asmuth
       
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