# taz.de -- Kommentar Moorburg: Abzocke unter Freunden
       
       > Mit Vattenfall versucht ausgerechnet ein Staatskonzern ein Umweltrecht
       > auszuhebeln, das auch in seiner Heimat gilt: das der EU.
       
       Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat Deutschland vor dem
       internationalen Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten verklagt. Der
       Konzern sei von den Hamburger Behörden unfair behandelt worden und habe
       einen Schaden von 1,4 Milliarden Euro erlitten - Geld, das im Extremfall
       der Hamburger Steuerzahler aufbringen müsste, sollte die deutsche Seite
       verlieren.
       
       Die Schweden können sich ins Fäustchen lachen: Zu den Milliarden an
       Monopolgewinnen, die Vattenfall zu Lasten der deutschen Stromkunden
       erwirtschaftet, könnten jetzt auch noch Strafzahlungen kommen, weil der
       Stromkonzern in Deutschland nicht schalten und walten darf, wie er will.
       
       Was hier geschieht, widerspricht dem Bild Schwedens in Deutschland: dem
       eines Landes, das sich für Entwicklungsländer und Menschenrechte engagiert,
       eines Landes, von dem man erwarten würde, dass es internationalen Konzernen
       genau auf die Finger schaut.
       
       Jetzt versucht ausgerechnet ein Staatskonzern auf dem Umweg über eine nicht
       öffentlich verhandelnde, der Wirtschaft verpflichtete Schiedsstelle ein
       Umweltrecht auszuhebeln, das auch in seiner Heimat gilt: das der EU. Indem
       die schwedische Regierung zulässt, dass Vattenfall einen europäischen
       Partner angreift, stellt sie sich selbst ein Bein. Höchste Zeit, dass sie
       Vattenfall zur Räson bringt.
       
       5 Aug 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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