# taz.de -- Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Lifting für Schlösser
       
       > 155 Millionen Euro für preußische Schlösser und Gärten reichen nicht aus.
       
 (IMG) Bild: So kennt man den deutschen Adel: rüde, selbstbesoffen. Caroline von Monaco nebst Ehemann, 1998
       
       Keine Frage, am Dienstagnachmittag sah man im Potsdamer Neuen Palais fast
       nur glückliche Gesichter. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU),
       Brandenburg-Chef Matthias Platzeck und Klaus Wowereit, Regierender
       Bürgermeister von Berlin (beide SPD), unterzeichneten das "Abkommen über
       die gemeinsame Finanzierung eines Sonderinvestitionsprogramms für die
       preußischen Schlösser und Gärten". Tusch.
       
       Der Vertrag sieht vor, dass die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
       (SPSG) bis 2017 zusätzlich 155 Millionen Euro in die Sanierung ihrer
       barocken Bau- und Gartenanlagen stecken kann. Der Bund trage davon 77,5
       Millionen Euro, die zur "Rettung des Kulturerbes" gut eingesetzt seien,
       strahlte Neumann. Auf Brandenburg entfallen 53 Millionen Euro. Berlin zahlt
       den Rest, "um die einzigartige Schlösserlandschaft Berlins und
       Brandenburgs" wieder auf Vordermann zu bringen, so Wowereit. Neben diesen
       "Sondermitteln" verfügt die Stiftung noch über 30 Millionen Euro jährlich
       aus dem eigenen Haushalt.
       
       Dass damit weitestgehend der Erhalt der rund 300 maroden Schlösser, Palais
       und Gartenensembles auf den Weg gebracht, aber keine umfassende Sanierung
       geleistet werden kann, war in Potsdam ebenso zu vernehmen. "Mit dem Geld
       wird nur der Verfall gestoppt", so ein Experte. Auf über 700 Millionen Euro
       hat Stiftungschef Hartmut Dorgerloh den gesamten Investitionsbedarf
       ermittelt. 285 Millionen Euro hatte die SPSG ursprünglich für das Programm
       angemeldet - und 155 Millionen nun bekommen.
       
       Als Konsequenz will die Stiftung den jetzigen "Masterplan" in "13
       Projektbereiche gliedern, vordringlich sind die Sanierungen besonders
       schwer geschädigter Bau- und Gartenanlagen", so Dorgerloh. Darunter
       befinden sich das Neue Palais, die Schlösser in Babelsberg und
       Charlottenburg, die Parkanlage Sanssouci und die Verbesserung der Situation
       von Depots, Arbeits- oder Restaurierungswerkstätten. Bis 2012, dem 300.
       Geburtstag Friedrichs des Großen, sollen das Neue Palais in großen Teilen
       renoviert und ein Informationszentrum fertig gestellt sein.
       
       Auch Platzeck sprach davon, dass angesichts fehlender Mittel, baulicher
       Mängel und Vernachlässigungen sich ein "großer Sanierungsbedarf angestaut"
       habe. Immerhin könnten nun erste Projekte abgeschlossen oder "in Angriff
       genommen werden". Immerhin. ROLF LAUTENSCHLÄGER
       
       18 Aug 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rolf Lautenschläger
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Adel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Adel verpflichtet sich meist zu nichts: Jetzt vielleicht ein bisschen edler
       
       Die Entschädigungsklage der Hohenzollern ist endlich vom Tisch. Aber kommt
       der lange privilegierte Adel jetzt wirklich in der Demokratie an?