# taz.de -- Heißester Tag in Berlin: Sommer bisher nur Mittelmaß
       
       > Die Sonne hat sich angestrengt, aber der Wind hat nicht mitgespielt. Er
       > brachte viel kühle Atlantikluft. Dennoch war es wärmer als im
       > langjährigen Schnitt.
       
 (IMG) Bild: Bei den Berlinern sehr beliebt: das Strandbad Wannsee. Aber bitte ohne Algen!
       
       Dieser Donnerstag ist Linas großer Tag. Das Hoch bringt die Berliner zum
       Schwitzen, es soll der heißeste Tag des Jahres werden. Damit ist er eine
       Ausnahme in diesem Sommer: Heiß war der bisher gerade mal an zwei Tagen im
       August. Denn "heiß" im meteorologischen Sinne ist es erst ab 30,0 Grad.
       
       Dass die Marke dieses Jahr so selten geknackt wurde, sei ungewöhnlich, sagt
       Friedemann Schenk, der Meteorologe von der Wetterkarte der Freien
       Universität. "Die Bedingung waren selten optimal", berichtet Schenk.
       
       Damit es heiß wird, muss die Sonne scheinen - logisch. Außerdem muss der
       Wind nach Auskunft von Schenk feuchtwarme Luft vom Mittelmeer über die
       Alpen hinweg bis nach Berlin bringen. Doch das hat diesen Sommer nur selten
       geklappt. Der Wind kam stattdessen hauptsächlich aus Westen, vom Atlantik.
       Weil der Ozean die Wärme speichert, wird die Luft dort fast nie richtig
       warm. Folglich könne kein heißer Wind wehen. Mittelmeerklima gab es
       stattdessen in Bayern. "In München hatten die schon 36 Grad", so Schenk.
       Auf dem Weg nach Berlin sei den warmen Luftmassen aber die Puste
       ausgegangen.
       
       In der Bilanz erwartet Schenk trotzdem einen Sommer, dessen Temperaturen
       leicht über dem langjährigen Durchschnitt liegen, der sich aus den
       Temperaturen der Jahre 1961 bis 1990 ergibt. "Dennoch werden die meisten
       Menschen den Sommer eher als kühl und wechselhaft in Erinnerung behalten
       werden", sagt er und begründet dies mit dem Kurzzeitgedächtnis der
       Berliner, die meist nur die Rekordsommer von 2003 und 2007 zum Vergleich
       heranziehen. "An den bitterkalten Sommer von 1987 erinnert sich kaum
       jemand", rückt Schenk die Relationen zurecht.
       
       Anfang kommender Woche rechnen die Meteorologen noch einmal mit
       Temperaturen um die 30 Grad Celsius. Danach sei aber sehr wahrscheinlich
       Schluss mit den Sommergefühlen. "Die Tage werden schnell kürzer, das macht
       es immer schwieriger", erklärt Schenk und spendet doch noch etwas Trost: Im
       September seien Temperaturen um die 25 Grad gut möglich.
       
       Bastian Brinkmann
       
       20 Aug 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Bastian Brinkmann
       
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