# taz.de -- Landtagswahl Saarland: Für Rot-Rot-Grün wird es knapp
       
       > Die Koalitionsgespräche werden sich im Saarland nach der Wahl als
       > schwierig herausstellen: Denn laut Prognosen schafft weder das
       > Linksbündnis noch Schwarz-Gelb die Mehrheit.
       
 (IMG) Bild: Hält sich alles offen: Partei- und Landtagsfraktionschef Hubert Ulrich.
       
       FRANKFURT/MAIN taz | Maas oder Müller? Rot-Rot mit Grün oder Schwarz-Gelb?
       Oder kommt an Ende die von allen Landespolitikern an der Saar angeblich
       nicht gewollte große Koalition?
       
       Das wäre dann auch ein Signal für die Bundestagswahl vier Wochen später,
       mit dem wenigstens die aktuell schwache SPD in Berlin noch leben könnte.
       Der SPD-Landesverband an der Saar aber kaum. Dessen Basis nämlich tendiert
       zu Rot-Rot - die Linkspartei-Genossen dort waren schließlich fast alle mal
       Sozialdemokraten - oder Rot-Rot-Grün, wenn es für Rot-Rot allein nicht
       reichen sollte. Das Saarland wäre das erste westdeutsche Bundesland, in dem
       die Linke mitregiert.
       
       Nach den letzten beiden Umfragen von vergangener Woche ist der von SPD,
       Linken und Grünen angestrebte Regierungswechsel selbst mit diesem
       Dreierbündnis schwer zu bewerkstelligen; es käme nach den Prognosen auf 47
       bis 48 Prozent der Wählerstimmen. Das ist aber in etwa der Anteil, der von
       den Meinungsforschungsinstituten auch den zur Koalition entschlossenen
       Parteien CDU und FDP in Aussicht gestellt wurde.
       
       Es könnte also auf ein Patt hinauslaufen. Und dann, sagte Ministerpräsident
       und CDU-Chef Peter Müller unter Berufung auf seine Mathematikexperten,
       würde bei der Sitzverteilung die stärkste Fraktion stärker berücksichtigt
       werden. Das wird die CDU sein, laut Prognosen kommt sie auf 38 Prozent. CDU
       und FDP bekämen laut Müller 2 Sitze mehr als die anderen Parteien, was an
       einer Besonderheit des saarländischen Wahlrechts liegt. 51 Landtagsmandate
       werden am Sonntag neu vergeben. Die Grünen liegen laut Umfragen bei 6
       Prozent, sollten sie an der Fünfprozenthürde scheitern, haben Union und FDP
       gewonnen.
       
       Die Voraussetzung für ein Linksbündnis ist, dass die Grünen mitziehen. Und
       dies ist längst nicht sicher. Partei- und Landtagsfraktionschef Hubert
       Ulrich hält sich alles offen - bis hin zu einer Jamaika-Koalition.
       
       Ärger steht den Grünen in der Rolle der Königsmacher dann nach der Wahl
       ohnehin ins Haus. Eine Koalition mit CDU und FDP stößt an der Basis auf
       starke Ablehnung; eine Koalition mit der Linken unter Parteichef Oskar
       Lafontaine aber auch. Deshalb streben die Grünen offiziell eine
       Ampelkoalition an - doch die ist rechnerisch unwahrscheinlich.
       
       29 Aug 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaus-Peter Klingelschmitt
       
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