# taz.de -- Fragen und Antworten zum Nato-Einsatz: Wie es zum Luftangriff kam
> Auf welcher rechtlichen Grundlage die Bundeswehr bomben ließ. Fragen und
> Antworten zu dem angeforderten Luftangriff der Nato-Truppe in
> Afghanistan.
(IMG) Bild: Die deutschen Soldaten sollen jetzt Unterstützung von oben bekommen.
1. Welche Person hat den Nato-Luftangriff angefordert?
Die Anforderung kam nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums vom
deutschen Kommandeur des "Regionalen Wiederaufbauteams" (PRT) in Kundus.
Die Stadt ist eine von drei Standorten der Bundeswehr in Nord-Afghanistan.
Die Gesamtverantwortung für die Nato-Truppen in diesem Teil des Landes
liegt derzeit bei Brigadegeneral Jörg Vollmer in seiner Funktion als
"Regionalkommandeur Nord" der "Internationalen
Sicherheitsunterstützungstruppe" (Isaf).
2. Wer ist an dieser Entscheidung sonst noch beteiligt?
Kommandeur der Isaf ist General Stanley McChrystel. Innerhalb der
US-Hierarchie ist er dem sogenannten Central Command unterstellt, das unter
dem Kommando von General David Petraeus die US-Militäreinsätze für den
gesamten Mittleren Osten verantwortet und die Flugbewegungen koordiniert.
3. Welche rechtliche Grundlage hat ein Luftangriff?
Die Bundeswehr ist in Afghanistan als Teil der vom UN-Sicherheitsrat
eingerichteten Isaf-Truppe stationiert. Die Führung liegt aber bei der
Nato, die ohne Einbeziehung des UN-Sicherheitsrates über die Strategie
entscheidet. Konkrete Ausführungsbestimmungen legt der Isaf-Kommandeur
fest. In einer "Tactival Directive" vom Juli dieses Jahres heißt es unter
anderem: "Kommandeure müssen den Rückgriff auf Luftnahunterstützung gegen
die Kosten ziviler Verluste abwägen, die langfristig unsere Aufgabe
schwieriger machen und dazu führen kann, dass sich die afghanische
Bevölkerung gegen uns wendet."
4. Haben die Deutschen Flugzeuge in Afghanistan?
Die Bundeswehr unterhält vor allem Transportflugzeuge. Außerdem sind
Kampfflugzeuge vom Typ Tornado stationiert. Diese sollen nicht zur
Luftnahunterstützung, sondern auch zur Aufklärung eingesetzt werden. Im
März dieses Jahres musste die Bundesregierung bestätigen, dass die
Bundeswehr mehrfach auf sogenannte Luftnahunterstützung durch
Nato-Verbündete zurückgegriffen hat. Allein im Jahr 2008 hatten sich
deutsche Bodentruppen demnach elfmal von US-Kampfflugzeugen in
Kampfsituationen herausbomben lassen.
5 Sep 2009
## AUTOREN
(DIR) Eric Chauvistré
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