# taz.de -- EU-Behörde warnt vor Datenklau: Geldautomaten-Kriminalität steigt
       
       > Diebstahl und Datenklau an Geldautomaten haben im vergangenen Jahr um 149
       > Prozent zugenommen. Teilweise würden sogar ganze Geldautomaten-Attrappen
       > aufgestellt.
       
 (IMG) Bild: Sprengen ist die Ausnahme: Kriminalität an Geldautomaten.
       
       HERAKLION/BRÜSSEL ap | Vorsicht beim Geldabheben: Der Diebstahl von
       EC-Karten und Geheimnummern am Automaten hat einem EU-Bericht zufolge
       dramatisch zugenommen. Die Zahl der Verbrechen an Geldautomaten sei im
       vergangenen Jahr europaweit um 149 Prozent gestiegen, teilte die EU-Agentur
       für Informationssicherheit (ENISA) in Heraklion am Montag mit. Der Verlust
       für die europäischen Banken und ihre Kunden belaufe sich auf fast 500
       Millionen Euro.
       
       Zwar sei die Zahl der Überfälle auf Menschen, die gerade Geld abzuheben
       versuchten, um 29 Prozent zurückgegangen, heißt es in dem Bericht. Dafür
       würden Geldautomaten aber immer häufiger so manipuliert, dass die Betrüger
       die Daten auf dem Magnetstreifen von EC-Karten auslesen und gleichzeitig
       die über die Tastatur eingegebene Geheimnummer speichern können. Dazu werde
       ein Lesegerät am Kartenschlitz angebaut und die Eingabe der Geheimnummer
       mit einer Miniaturkamera gefilmt.
       
       Teilweise würden sogar ganze Geldautomaten-Attrappen aufgestellt, um
       arglosen Verbrauchern ihre Daten zu stehlen, heißt es in dem ENISA-Bericht
       weiter. In Russland sei es auch schon zu Hacker-Angriffen auf mit den
       Geldautomaten verbundene Computernetzwerke gekommen, um die Automaten mit
       einer Software zu infizieren, die die Karten ausliest.
       
       Zum Schutz vor Betrug und Datenklau empfiehlt ENISA die Nutzung von
       Geldautomaten in Banken. Gemieden werden sollten freistehende Automaten,
       weil es sich dabei um Attrappen handeln könne. Misstrauen sei auf jeden
       Fall bei Geldautomaten angebracht, die nicht zu einer Bank gehörten und
       trotzdem gebührenfrei seien, warnt die EU-Behörde. Zudem sollten
       Verbraucher auf Auffälligkeiten am Kartenschlitz und an der Tastatur achten
       und diese bei der Eingabe mit der Hand verdecken.
       
       7 Sep 2009
       
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