# taz.de -- Kommentar Antideutsche: Gerüchte statt Wissen
> Ein jüdischer Film - boykottiert: das verschlägt einem die Sprache.
(IMG) Bild: Umkämpft: der Eingang zum B-Movie neben der B 5.
Ein jüdischer Film - boykottiert: das verschlägt einem die Sprache. So
einmalig diese Geschichte aber auch ist, so ist sie doch nur der
sichtbarste Ausdruck dessen, was als Ressentiment der antideutschen Kritik
seit je her entgegenschlägt.
Kriegstreiber und Rassisten, seien die Antideutschen, heißt es in der B5.
Nicht selten werden sie auch als Sektierer, Spinner und
Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Oder man sagt ihnen nach, dass ihr
Bezug auf Israel philosemitisch sei, und damit auf positiv gewendeten
antisemitischen Stereotypen beruhe. Schwupps, stehen sie in der rechten
Ecke.
Wer in die Texte der Antideutschen schaut, käme zu einem anderen Bild: Da
wird in der Tradition von Adorno an der Möglichkeit einer klassen- und
staatenlosen Weltgesellschaft festgehalten. Ohne allerdings zu vergessen,
dass die Aufhebung des Kapitalismus in der Wiederholung der Barbarei enden
könnte.
Wenn nun anstelle eines fundierten Wissens über die Antideutschen ein
Gerücht kursiert, lässt das erneut an Adorno denken. Der sagte ja: "Der
Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden." Notwendig wäre es also,
sich mit der antideutschen Kritik zu beschäftigen.
Das wollten die Antiimperialisten aber nicht. Sie kündigten den Diskurs
auf. Und haben in alter Manier lieber zu den (Holz-)Waffen gegriffen.
20 Nov 2009
## AUTOREN
(DIR) Maximilian Probst
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