# taz.de -- Atomstreit: Iran will weniger Kooperation mit IAEO
       
       > Nach einer irankritischen Resolution: Das Parlament fordert die Regierung
       > auf, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde
       > einzuschränken.
       
 (IMG) Bild: Ein Ende der "Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik" fordert Irans Parlamentspräsident Laridschani
       
       BERLIN taz | Teheran hat angedroht, einen neuen politischen Kurs
       einzuschlagen und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atombehörde
       zu reduzieren, sollte die "lächerliche Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik"
       gegenüber Iran nicht beendet werden. Das sagte Irans Parlamentspräsident
       Ali Laridschani am Sonntag in Teheran vor einer Debatte über eine
       Resolution des Gouverneursrats der Internationalen Atombehörde (IAEO) gegen
       den Iran. Er forderte von den USA und anderen Mitgliedern der sogenannten
       Sechsergruppe eine grundsätzlich neue Politik. Sie würden durch ihre
       "veralteten Spielchen" keine weiteren Verhandlungen über das iranische
       Atomprogramm erreichen. Der Abgeordnete Mohammed Karimi Rad drohte sogar
       mit möglichem Austritt Irans aus dem Atomwaffensperrvertrag. Am Sonntag
       kündigte der Iran zudem den Bau mehrerer neuer Anlagen zur Urananreicherung
       an. Wie staatliche iranische Medien berichteten, wurde die
       Atomenergiebehörde angewiesen, an fünf Standorten mit dem Bau neuer Anlagen
       zu beginnen. Fünf weitere sollen demnach in den nächsten beiden Monaten
       ausgewiesen werden.
       
       Das Parlament verabschiedete nach der Debatte einen Beschluss, in dem die
       Regierung aufgefordert wird, ihre Zusammenarbeit mit der IAEO
       einzuschränken. "Wegen des Verhaltens der Weltmächte sollte die Regierung
       einen Plan für eine Reduzierung der Kooperation mit der IAEO vorlegen",
       heißt es darin.
       
       In der von Deutschland eingebrachten Resolution hatte der
       IAEO-Gouverneursrat Iran aufgefordert, den Bau einer zweiten
       Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom "umgehend auszusetzen". Zudem
       solle Teheran über den Zweck der Anlage aufklären, den Zeitplan des Baus
       schildern und versichern, dass keine weitere Atomanlage gebaut werde oder
       geplant sei. Der Resolution stimmten 25 der 35 Ratsmitglieder, darunter
       Russland und China, zu.
       
       Nach Einschätzung des IAEO-Generalsekretärs, Mohammed al-Baradei, stecken
       die Atomverhandlungen mit dem Iran in der Sackgasse. Grund dafür sei, dass
       Teheran die Kooperation verweigere, erklärte al-Baradei. Iran wolle den
       Kompromissvorschlag der Internationalen Atombehörde zu seinen Gunsten
       verändern und blockiere jeden Fortschritt. "Es hat keine Bewegung gegeben
       in den Fragen, die noch einer Klärung bedürfen, damit die IAEO vom
       ausschließlich friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms überzeugt
       sein kann", so al-Baradei. Der Kompromissvorschlag sieht vor, dass das im
       Iran angereicherte Uran in Russland bzw. Frankreich zu Brennstoff
       verarbeitet wird. Es soll dann Iran zur friedlichen Nutzung zur Verfügung
       gestellt werden.
       
       30 Nov 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Bahman Nirumand
       
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