# taz.de -- Schuldenproblem in Griechenland: Regierung legt rigiden Sparplan vor
       
       > In drei Jahren will das Land sein Staatsdefizit von knapp 13 auf unter
       > drei Prozent drücken. Ob das gelingt ist fraglich. Immerhin hat die
       > Regierung jetzt einen Sparplan vorgelegt.
       
 (IMG) Bild: Es wird kühler in Griechenland: Der Staat will auch bei den Krankenhauskosten kräftig sparen.
       
       FRANKFURT/ATHEN rtr/taz | Die Finanzprobleme Griechenlands werden nach den
       Worten von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nicht zu einem Austritt aus
       der Währungsunion führen. "Ich kommentiere solche absurden Hypothesen
       nicht", sagte Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Er forderte Griechenland
       zugleich dazu auf, seine Hausaufgaben zu machen und seine Finanzen wieder
       in Ordnung zu bringen. Immerhin können die griechischen Probleme die
       europäische Gemeinschaftswährung Euro belasten.
       
       Die Regierung in Athen hatte zuvor erste Details ihres Sparplans bekannt
       gegeben. Demnach soll das Defizit binnen drei Jahren unter die
       EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt werden.
       Für 2009 wird ein Fehlbetrag von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
       erwartet. Die Rating-Agenturen stuften wegen der Schuldenkrise die
       Kreditwürdigkeit des Landes herab, was neue Kredite für Griechenland
       erheblich verteuert. An den Finanzmärkten wird über einen Austritt
       Griechenlands aus der Währungsunion spekuliert, weil Athen dann die eigene
       Währung abwerten und dadurch etwa den Export ankurbeln könnte.
       
       Dass Griechenland sein Defizit wirklich drücken kann, wird von vielen
       Fachleuten bezweifelt. "Das Bemühen der Regierung um Schuldenbegrenzung ist
       zwar da, doch bleiben eine Reihe von Fragen offen", sagte Jürgen Michels
       von der Citigroup.
       
       Griechenlandkenner sind zudem skeptisch, ob die für den Sanierungsplan
       veranschlagten Wachstumsraten realistisch sind. Die Regierung geht davon
       aus, dass die Wirtschaftsleistung 2010 nur leicht schrumpfen wird, im
       nächsten und übernächsten Jahr aber um 1,5 beziehungsweise 1,9 Prozent
       wachsen wird. "Die Annahmen sind recht optimistisch. Wir denken, dass die
       griechische Wirtschaft dieses Jahr um zwei Prozent einbrechen wird und auch
       2011 schrumpfen dürfte", sagte Analyst Ben May von Capital Economics.
       
       Griechenland will zur Reduzierung des Defizits den Rotstift im Staatssektor
       ansetzen: Dabei sollen die Rüstungsausgaben ebenso zurückgefahren werden
       wie die Krankenhauskosten. Zudem sollen die Einkommen von Beschäftigten im
       öffentlichen Dienst ab einem Monatsgehalt von 2.000 Euro eingefroren
       werden. Gegen die Pläne regt sich Widerstand: Am 10. Februar wollen die
       Gewerkschaften streiken.
       
       15 Jan 2010
       
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