# taz.de -- Kommentar UBS-Bank: Defekter Rechtsstaat
> In einem funktionierenden Rechtsstaat säßen die Exführungskader der
> UBS-Bank längst vor Gericht oder gar hinter Gittern.
(IMG) Bild: Unruhe herrscht nicht nur auf dieser Almwiese, sondern auch in der Finanzwelt der Schweiz
Die Schweiz hat sich im vielfältigen Skandal um ihre Großbank UBS endgültig
in eine Lage manövriert, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Zumindest
nicht mit den bisher üblichen Tricks, Hinhaltetaktiken und halbherzigen
Maßnahmen.
Hauptverantwortung hierfür tragen der frühere UBS-Chef Marc Ospel und
andere kriminelle Exführungskader der Bank. In einem funktionierenden
Rechtsstaat säßen sie längst vor Gericht oder gar hinter Gittern.
Stattdessen werden gegen diese Kriminellen erstattete Strafanzeigen seit
einem Jahr wegen angeblicher "Unzuständigkeit" von einer kantonalen
Justizbehörde an die nächste verschoben. Wesentlich mitverantwortlich für
die Misere sind FDP-Finanzminister Merz und andere durch Spenden der UBS
korrumpierte PolitikerInnen. Sie verübten bereits mindestens einen
Rechtsbruch zur angeblich alternativlosen Rettung der UBS und
verschwendeten dafür am Parlament vorbei 86 Milliarden Franken
Steuergelder. Den Ausweg zumindest aus dem Teilskandal der auf UBS-Konten
versteckten Steuermilliarden von US-BürgerInnen hat jetzt zum Glück das
höchste Gericht der Schweiz verbaut. Aber auch nur, indem es weiterhin an
der spitzfindigen Unterscheidung zwischen "Steuerhinterziehung" und
"Steuerbetrug" festhält. Diese dient(e) ebenso wie das Bankgeheimnis in
erster Linie der Bereicherung der Schweiz an unversteuertem Geld
ausländischer StaatsbürgerInnen.
Doch diese Praktiken sind nicht länger haltbar. Auch bei der Verhandlung
mit Deutschland und anderen EU-Staaten wird die Schweiz nach diesem Urteil
ihres höchsten Gerichts keine Sonderregeln unterhalb des automatischen
Informationsaustausches über Konten von AusländerInnen mehr heraushandeln
können. Je eher sich diese Einsicht in Bern durchsetzt, umso besser für die
Schweiz.
25 Jan 2010
## AUTOREN
(DIR) Andreas Zumach
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