# taz.de -- Berlin Gleichstellungsgesetz: Frauensenator weist Kritikerinnen ab
> Harald Wolf meint: Nicht er habe die anstehende Änderung des Gesetz
> verzögert, sondern die Senatoren von der SPD. Bei denen gebe es sogar
> "Widerstand gegen einfachste Kontrollrechte".
(IMG) Bild: Noch viel zu tun: Berlins Frauensenator Harald Wolf (links) bei einem Treffen der Wirtschaftsminister der Bundesländer
Frauensenator Harald Wolf (Linke) wehrt sich gegen [1][Vorwürfe der
Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen], er habe sich bei der
Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes zu viel Zeit gelassen. "Die
SPD-Frauen müssen sich damit eher an die eigenen SPD-Senatoren wenden",
sagte Wolf am Sonntag der taz. Er habe den Entwurf bereits im September
vorgelegt - es seien dann SPD-Senatoren gewesen, die eine Einigung im Senat
monatelang verzögert hätten. Wolf: "Dort gibt es Widerstand gegen
einfachste Kontrollrechte."
Bei der Auseinandersetzung geht es um die Frage, ob offene Posten in den
Vorständen von landeseigenen Unternehmen öffentlich bekannt gegeben werden
sollen. Die Befürworter meinen, dies gebe geeigneten Frauen die Chance,
sich auf die Posten zu bewerben. Das Abgeordnetenhaus hatte daher das
Berliner Betriebegesetz geändert, um darin die Pflicht zur Ausschreibung zu
verankern. Harald Wolf war allerdings der Ansicht, die Gesetzesänderung sei
wegen eines Formfehlers nicht gültig. Er protestierte daher nicht, als der
Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe im vergangenen Jahr einen
Vorstandsposten ohne vorherige öffentliche Bekanntgabe besetzte. Außerdem
gebe es viel bessere Wege, um Frauen in Führungspositionen zu bekommen.
Wolf erhielt für die Position viel Kritik, auch von Frauenpolitikerinnen
aus der eigenen Koalition. Und er lenkte ein: Als die landeseigene
Investitionsbank im vergangenen Sommer einen neuen Chef brauchte, wurde der
Posten offen ausgeschrieben. Das brachte übrigens nur eine Bewerberin -
über eine Personalagentur konnte man dagegen Frauen gezielt ansprechen.
Harald Wolf verweist jedenfalls darauf, er habe sich stets für Frauen in
Führungspositionen eingesetzt. So wird die Berliner Stadtreinigung etwa
seit 2007 von Vera Gäde-Butzlaff geleitet - Wolf ist dort
Aufsichtsratsvorsitzender. Außerdem ist die Zahl der weiblichen
Aufsichtsräte bei landeseigenen Unternehmen in seiner Amtszeit von 6
Prozent auf rund 50 Prozent gestiegen.
Doch die öffentliche Bekanntgabe offener Vorstandsposten ist weiterhin vom
Abgeordnetenhaus gewollt. Das wird über den Gesetzentwurf beraten, sobald
der Senat ihn beschlossen hat. Diesmal soll die Pflicht zur Ausschreibung
offener Posten im Gesetz so verankert werden, dass alle Senatsmitglieder
sie akzeptieren.
Korrektur: In dem Artikel hieß es ursprünglich im letzten Absatz, der
Entwurf zur Änderung des Landesgleichstellungsgesetzes sei bereits vom
Senat beschlossen. Tatsächlich steht die Entscheidung noch aus. Wir bitten,
den Fehler zu entschuldigen.
8 Mar 2010
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## AUTOREN
(DIR) Sebastian Heiser
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