# taz.de -- Steigende Mieten: Kungerkiez wird teurer
> MieterInnen einer landeseigenen Wohnungsgesellschaft protestieren gegen
> Mieterhöhungen in Treptow.
(IMG) Bild: Protest gegen den Mietenwahnsinn 2021 in Berlin
"Treppe rauf - Mieten runter" und "Mieten streichen", lauten die Parolen
auf Plakaten, mit denen die Wohnungsbaugesellschaft "Stadt und Land" um
MieterInnen wirbt. "Die Poster könnten wir jetzt gut gebrauchen", sagt Karl
Richter und lacht. Er ist einer von rund 30 MieterInnen aus dem
Alt-Treptower Kungerkiez, die am Montagvormittag die Geschäftsführung von
"Stadt und Land" zur Rücknahme der Mieterhöhungen für 332 BewohnerInnen
aufforderten.
"Zum 1. April 2010 soll die Durchschnittsmiete dieser Wohnungen um 0,37
Euro pro Quadratmeter steigen, was einer durchschnittlichen Erhöhung von
etwa 9 Prozent entspricht", bestätigt Andrea Setzepfandt der taz. Sie ist
bei der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft für die Öffentlichkeitsarbeit
zuständig.
"Innerhalb von zweieinhalb Jahren hat sich meine Miete um 50 Euro erhöht",
berichtet eine ältere Frau am Montag. Ein Ehepaar klagt, seit ihrem Einzug
im Jahr 1994 sei die Wohnung nicht saniert, die Miete aber kräftig erhöht
worden. Hartz-IV-Empfänger könnten so ihre Wohnungen verlieren, weil das
Jobcenter die volle Miete nicht mehr übernimmt, befürchteten mehrere
Protestierende. In Härtefällen sei die Wohnungsbaugesellschaft zu
individuellen Lösungen bereit, meine der Prokurist von "Stadt und Land",
Bernhard Schütze, der eine Protestnote der Mieter entgegennahm. Zusagen
über eine Rücknahme der Mieterhöhungen wollte er nicht machen. "Die
Erhöhungen liegen im Rahmen des Mietspiegels", argumentierte er. Fragen
nach Unternehmensgewinnen von 7,8 Millionen Euro im letzten Jahr wollte er
nicht beantworten.
"Die Wut der MieterInnen ist groß", betonte eine Aktivistin der Treptower
Stadtteilinitiative Karla Pappel, die die Mieter unterstützt. Ihre Gruppe
sieht auch die sechs Baugruppen rund um den Kungerkiez als Teil einer
Begünstigung einer mittelschichtsorientierten Stadtteilpolitik zum Nachteil
von Menschen mit geringem Einkommen. PETER NOWAK
8 Mar 2010
## AUTOREN
(DIR) Peter Nowak
## TAGS
(DIR) Mieten
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