# taz.de -- Einstimmung auf Wettkampf: Das Band, das zu sehr flattert
       
       > Bremen richtet im April die Europameisterschaft der rhythmischen
       > Sportgymnastik aus. Am Freitag wurden die Grundregeln erklärt, die
       > weitaus komplizierter sind als "das Runde muss ins Eckige".
       
 (IMG) Bild: Aleksandra Zapekina wurde 2009 deutsche Meisterin mit dem Seil, zeigte aber auch, wie das Band zu bändigen ist. Im Gruppen-Vorturnen müssen die Bewegungen mit vier anderen Sportlerinnen koordiniert werden.
       
       Es gibt Sportarten, die guckt man am besten nicht live, nicht einmal im
       Fernsehen, sondern aufgezeichnet in Zeitlupe. Bei Tischtennis oder
       Eishockey würde man dann besser begreifen, was gerade passiert ist, warum
       einer blutend am Boden liegt oder ein Satz gewonnen wurde. Das
       Paradebeispiel aber ist rhythmische Sportgymnastik, wie sich gestern
       Journalisten in Bremen bei einem "Medientrainingslager" überzeugen konnten.
       
       Dieses diente der Einstimmung auf die Europameisterschaft vom 16. bis 18.
       April in der Stadthalle. Weil die wenigsten Lokalredaktionen Experten und
       Expertinnen für rhythmische Sportgymnastik beschäftigen, zeigten Bremer
       Leistungssportlerinnen gestern, worum es geht. Hinterher war man etwas
       schlauer, wusste beispielsweise, dass das rote Band das attraktivste, aber
       auch wegen seiner Flatterhaftigkeit das schwierigste aller fünf "Geräte"
       ist. Die Turnerinnen hantieren außerdem mit Keulen, Ball, Seil und Reifen,
       während sie sich in alle Richtungen verbiegen und kopfüber durch den Raum
       zwirbeln.
       
       Nur anderthalb Minuten dauern jeweils die akrobatischen Tänze, bei denen
       Band oder Ball durch die Luft fliegen, am Körper entlang gleiten - viel zu
       schnell für das ungeübte Auge. Deshalb, erklärt die Cheftrainerin im Bremer
       Bundesstützpunkt, Larissa Drygala, achten sogar die Richter bei Wettkämpfen
       immer nur auf Einzelheiten: etwa wie die Sportlerin mit dem Gerät klar
       kommt oder wie rhythmisch und ausdrucksstark sie sich bewegt. Das
       Punktsystem, das Drygala, selbst Kampfrichterin, grob umreißt, ist
       kompliziert.
       
       Ein paar Grundregeln kann sie dennoch vermitteln: "Je mehr Rotationen,
       desto mehr Punkte", "Fangen ohne Hände bringt extrem viel Punkte" und "für
       Geräteverlust gibts die größten Abzüge".
       
       26 Mar 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Eiken Bruhn
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