# taz.de -- Nach Grubenunglück in China: 114 Bergleute gerettet
       
       > Eine Woche lang waren sie nach der Überflutung ihrer Mine in der Provinz
       > Shanxi unter Tage eingeschlossen. Jetzt konnten 114 Kumpel geborgen
       > werden. Nach 40 weiteren Arbeiter wird noch gesucht.
       
 (IMG) Bild: Ärzte versorgen einen der geretteten Bergleute.
       
       PEKING dpa | Mindestens 114 Bergleute haben das schwere Grubenunglück vor
       gut einer Woche in Nordchina überlebt. In einer dramatischen Rettungsaktion
       wurden die Kumpel am Montag aus der überfluteten Kohlegrube nahe der Stadt
       Xiangning in der Provinz Shanxi geborgen, wie die amtliche chinesische
       Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. "Es ist ein Wunder", sagte ein
       Mitglied der Rettungsmannschaften.
       
       Bergungstrupps suchten weiter nach rund 40 Verschütteten in der
       Wangjialing-Grube. "Die Rettungsarbeiten sind sehr schwer", sagte der
       Gouverneur der Provinz, Wang Jun. Die geborgenen Bergarbeiter wurden in
       umliegende Krankenhäuser verteilt. Sie litten unter Unterkühlung,
       Austrocknung und Hautausschlag oder seien unter Schock, sagte ein Arzt im
       chinesischen Fernsehen. "Es ist fantastisch, wieder an der Oberfläche zu
       sein", sagte ein 27-jähriger Bergmann laut Xinhua. Ein 45-Jähriger sagte:
       "Ich habe eine Tochter und einen Sohn. Ich muss im Bergbau arbeiten, um
       Geld für sie zu verdienen."
       
       Auf Tragen wurden die geretteten Bergleute am Montag nach und nach aus dem
       Grubeneingang zu Krankenwagen gebracht. Mitglieder der Bergungstrupps
       begrüßten sie mit lautem Beifall. Nach der langen Zeit in der Dunkelheit
       unter Tage hatten die geretteten Bergleute Kleider um die Augen gewickelt,
       um sie vor dem Tageslicht zu schützen. Einige Kumpel waren mit Armeemänteln
       zugedeckt.
       
       Am Samstag waren Rettungsteams mit Tauchern in die Grube vorgedrungen,
       nachdem am Freitag erstmals Klopfzeichen von Bergleute gehört worden waren.
       Die ersten neun Verschütteten wurden am Sonntagabend gerettet. Hunderte
       Arbeiter hatten seit Tagen versucht, das Wasser aus der Grube abzupumpen,
       aber nur langsam Fortschritte gemacht. Wie die Bergungsmannschaften
       berichteten, haben so viele Bergleute das Unglück überlebt, weil sie auf
       Plattformen in Schächten arbeiteten, die nicht überflutet waren.
       
       Ein Berater der chinesischen Regierung für die Sicherheit von Bergwerken,
       David Feickert, sprach von "einer der erstaunlichsten Rettungsaktionen in
       der Geschichte des Bergbaus".
       
       Die chinesischen Bergwerke gehören trotz massiver Bemühungen um bessere
       Sicherheitsstandards in den vergangenen Jahren zu den gefährlichsten der
       Welt. Im vergangenen Jahr kamen nach einer amtlichen Statistik 2.631
       Bergarbeiter unter Tage ums Leben. 2002 waren es 6.995 gewesen.
       
       5 Apr 2010
       
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