# taz.de -- Atomgipfel in USA: Ukraine will Waffen-Uran aufgeben
> Erste Ergebnisse beim Atom-Gipfel in den USA: Die Ukraine hat zugesagt,
> bis 2012 ihren Bestand an waffenfähigem Uran aufzugeben. China und die
> USA nähern sich dagegen im Iran-Streit an.
(IMG) Bild: Es ist sein Gipfel: US-Präsident Obama.
WASHINGTON apn | Der von US-Präsident Barack Obama initiierte Gipfel zur
nuklearen Sicherheit hat noch vor seinem Abschluss am Dienstag erste
konkrete Ergebnisse erbracht. Die Ukraine sagte zu, bis 2012 ihren gesamten
Bestand an waffenfähigem Uran aufzugeben, und China will mit den USA an
einer neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats zum iranischen Atomprogramm
arbeiten. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte in Washington ein
entschlossenes Vorgehen gegen den Schmuggel von Nuklearmaterial.
Die ukrainischen Uranbestände, die für die Herstellung mehrerer Bomben
reichen würden, sollen bis 2012 für die Wiederaufbereitung in die USA oder
nach Russland gebracht werden. Die Einzelheiten seien noch nicht geklärt,
räumte US-Regierungssprecher Robert Gibbs ein. Das atomwaffenfähige Uran
war 1991 beim Zerfall der Sowjetunion in den Besitz der Ukraine
übergegangen.
Im Streit über das iranische Atomprogramm kamen sich nach Angaben des
Weißen Hauses die USA und China näher: Der chinesische Präsidenten Hu
Jintao habe sich bei einem Treffen mit Obama bereiterklärt, gemeinsam mit
Washington an einer neuen UN-Sicherheitsresolution zur Verurteilung des
Programms zu arbeiten, sagte Obamas Sicherheitsberater Jeff Bader. "Diese
Resolution wird sehr deutlich machen, was es kostet, ein Atomprogramm
fortzusetzen, mit dem der Iran gegen seine Verpflichtungen verstößt",
erklärte Bader.
Obama äußerte die Hoffnung, dass auf dem Gipfel weitere Fortschritte zur
Eindämmung der Weiterverbreitung von Nuklearmaterial erzielt werden
könnten. "Ich glaube, am Ende werden wir von jedem Staat einige sehr
konkrete Maßnahmen sehen, die die Welt etwas sicherer machen werden",
erklärte Obama.
Im Kampf gegen den Schmuggel von Nuklearmaterial brauche es "internationale
Rechtssicherheit", erklärte Merkel am Montagabend in der US-Hauptstadt. Es
müsse mehr juristische Mittel zur Sicherung von nuklearem Material geben,
das dem Bau einer sogenannten schmutzigen Bombe dienen könnte. Merkel (CDU)
lobte ausdrücklich die Arbeit von Gastgeber Obama. Der Präsident habe
seinem umfassenden Engagement für Abrüstung mit diesem Gipfel noch einmal
eine neue Dimension gegeben.
In einem Appell an den Washingtoner Atomgipfel äußerten 40 ehemalige
europäische Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsminister die Hoffnung,
dass das Treffen zu einer Reform des Atomwaffensperrvertrags und zur
Ratifizierung des Abkommens zum Verbot von Nuklearversuchen führen wird. In
der vom britischen Royal United Services Institute (RUSI) verbreiteten
Erklärung fordern die Politiker zudem die zügige Einrichtung einer
atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende und frühere Außenminister Frank-Walter
Steinmeier erklärte im Deutschlandfunk, die Unterzeichnung des
Teststoppvertrags sei in den USA ein schwieriges Thema. "Aber ich glaube,
die Chance dafür reift." Das wäre noch ein weiterer Durchbruch in den
internationalen Abrüstungsbemühungen.
13 Apr 2010
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