# taz.de -- NPD-Parteitag: Die NPD geht auf Kur
       
       > Die niedersächsische NPD will am kommenden Wochenende in Bad Gandersheim
       > tagen. Die Stadt ist nicht begeistert, fürchtet vor allem
       > Gegendemonstranten.
       
 (IMG) Bild: Bürgermeister Ehmen im Juni 2009 mit den damaligen Stadttheater-Eignern Esser und Schelm.
       
       Die NPD-Niedersachsen plant, ihren Landesparteitag in Bad Gandersheim
       abzuhalten. Am kommenden Sonntag will die rechtsradikale Partei dort im
       Stadttheater einen "Motivations-Parteitag" ausrichten, so der
       Landesvorsitzende Adolf Dammann. Der Name des Veranstaltungsortes ist
       irreführend, denn das Theater im ehemaligen Kurhaus ist keine städtische
       Einrichtung, sondern in Privatbesitz. Im Rathaus erwägt man derzeit dennoch
       rechtliche Schritte gegen den Parteitag. "Wir lassen die Möglichkeiten
       überprüfen", sagte der parteilose Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen der
       taz. Jürgen Steinhoff, SPD-Ratsfraktionsvorsitzender wird deutlicher:
       "Gegen die Anmietung werden wir juristisch vorgehen."
       
       Am 9. Mai sollen in der kleinen Kurstadt rund 120 NPDler zusammenkommen.
       Zur Eröffnung wird als Gastredner der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt
       erwartet. Vor dem Bundesprogrammparteitag in Bamberg bemüht sich Voigt
       gerade, die Landesverbände einzunorden, denn dort sollen
       Strategieentscheidungen und eventuell gar eine Namensänderung diskutiert
       werden. Im niedersächsischen Verband mit seinen rund 530 Mitgliedern sind
       längst Kader der Freien Kameradschaften auch Führungspersonen der Partei.
       Ein Personalwechsel wird auf dem Landesparteitag nicht erwartet. "Wahlen
       zum Landesvorstand sind 2011 geplant", sagt Dammann. Der NPD-Stadtrat aus
       Stade sagt zur Anmietung der Räume nur: "Wir sind eine zugelassene Partei."
       
       Die Anmietung des "Stadttheaters" lief von privat zu privat. "Vor einem
       Jahr haben wir das Gebäude verkauft", sagt Ehmen. Das "Theater" ging an den
       Beleuchtungsmeister Bernhard Esser aus Berlin und dem
       Veranstaltungstechniker Nils Schelm aus dem nahen Kreiensen, der schon
       wieder ausgestiegen ist. Der verbliebene Eigner Esser bestätigte der
       Online-Ausgabe des Gandersheimer Kreisblatts am Montagnachmittag: "Ich habe
       einen Mietvertrag mit der NPD abgeschlossen." Und fügte hinzu: "Das ist
       doch nix Besonderes."
       
       Den Vertrag sollen neben Dammann, auch gleich Matthias Behrens,
       NPD-Landesvize und Kader der "Snevern Jungs", und Friedrich Werner Graf von
       Schulenburg, Beisitzer im Landesvorstand, unterzeichnet haben.
       
       Am Montagmorgen besprachen die Parteien im Rathaus nicht nur juristische
       Möglichkeiten: "Die NPD soll sehen, wie sehr sie hier unerwünscht ist",
       sagt Steinhoff. Ehmen hebt hervor: "Wir sind eine Kurstadt, wir stehen für
       Ruhe und Wohlbefinden." Ihn sorgt auch, dass "da Linke kommen wollen, wenn
       der Parteitag stattfindet". Antifa-Initiativen aus Göttingen haben schon
       dazu aufgefordert, "den Parteitag mit allen Mitteln zu verhindern". Am
       Montagnachmittag kündigte Ehmen eine eigene Protestkundgebung an.
       
       3 May 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Speit
       
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