# taz.de -- Kommentar Kopfpauschale: Time to say goodbye
> Der Streit mit der CSU um die Kopfpauschale zeigt: Die FDP ist in ihrer
> einstigen Wunschkoalition vollends isoliert. Jetzt hilft nur noch die
> Generalüberholung: in der Opposition.
Philipp Rösler mag sich derzeit fragen: Wann fing die Sache mit der
Kopfpauschale an, schiefzugehen? Populär ist das Konzept, die
Kassenbeiträge vom Einkommen zu entkoppeln, zwar nie gewesen; aber
mittlerweile mühen sich CDU und CSU nicht einmal mehr, ihre Abneigung gegen
das letzte Großprojekt ihres Koalitionspartners zu verbergen. Die FDP ist
isoliert. Nichts geht mehr. Jetzt müsste nicht nur Rösler zurücktreten, der
sein politisches Schicksal an die Einführung der Kopfpauschale geknüpft
hat. Wäre die FDP konsequent, müsste sie die Koalition aufkündigen.
Die Kopfpauschale, von der CSU brüsk abgelehnt und von der CDU wie so
vieles beschwiegen, wird nicht kommen. Sie war das letzte Großvorhaben der
FDP in dieser Legislatur. Nun geht sie den Weg von Steuersenkungen und
Steuerreform. Verantwortlich hierfür ist nicht allein die Hartleibigkeit
der Unionsparteien - die unterschrieben ja diese Pläne noch vor einem
Dreivierteljahr im Koalitionsvertrag. CDU und CSU haben schlicht früher
erkannt, was in den kommenden Jahren umsetzbar ist und was nicht. Nun muss
auch die FDP die volle Tragweite dessen begreifen, was der massive
Widerstand gegen ihr Kompromissangebot einer Kopfpauschale bedeutet: Nichts
von dem, wofür sie gewählt worden ist, passt noch in die stürmischen
Zeiten.
Deshalb steht die FDP vor einer unliebsamen Alternative: Sie kann
weiterregieren und gleichsam versuchen, in voller Fahrt nach links
einzuschwenken und zugleich ihren Fahrer Guido Westerwelle auszuwechseln.
Oder die Partei sieht ein, dass sie das Rennen nicht mehr durchhalten kann,
weil Motor und Fahrer nicht für die holprige Strecke taugen. Es ist Zeit
für eine Generalüberholung der FDP - in der Opposition.
3 Jun 2010
## AUTOREN
(DIR) Matthias Lohre
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