# taz.de -- Diskussion um Rauchverbot: SPD plant Koalition der Nichtraucher
> Die Rauchverbots-Debatte hat das politische Berlin erreicht. Nach dem
> Volksentscheid im Bayern sucht die SPD im Bundestags nach einer
> fraktionsübergreifenden Mehrheit für einheitliches Rauchverbot.
(IMG) Bild: Geht es nach der SPD, kann das Schild bald deutschlandweit entfernt werden.
BERLIN dpa | Nach dem Volksentscheid für ein totales Rauchverbot in der
bayerischen Gastronomie formieren sich auch im Bundestag die Nikotingegner.
Der Heidelberger SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding kündigte am
Dienstag in der ARD an, einen fraktionsübergreifenden Gruppenantrag zu
starten, um bundesweit einheitliche Regeln durchzusetzen. Ein erstes
Vorgespräch werde am Donnerstag geführt. Binding zeigte sich optimistisch:
"Die ersten Reaktionen waren sehr positiv. Es gab schon immer in den
anderen Fraktionen eine große Unterstützung." Die neu gegründete
"Parlamentariergruppe Ni(e)kotin" soll die interfraktionelle
Gesetzesinitiative ausarbeiten.
Die Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Carola Reimann (SPD) sagte
auf NDR-Info, ihre Partei werde eine überparteiliche Mehrheit für den
Nichtraucherschutz organisieren. "Diese Abstimmung in Bayern ist ein klares
Signal an die Politik, jetzt zu handeln." Dass Bundesgesundheitsminister
Philipp Rösler (FDP) sich für nicht zuständig erkläre, sei ein Fehler,
sagte Reimann. Röslers Ministerium hatte betont, der Nichtraucherschutz sei
Sache der Länder.
Mit dem Volksentscheid vom Sonntag führt Bayern als erstes Bundesland am 1.
August ein Rauchverbot ohne jede Ausnahme in der Gastronomie ein. Damit
tritt innerhalb von zweieinhalb Jahren die dritte Fassung des bayerischen
Rauchverbots in Kraft - erst streng, dann gelockert, und ab 1. August ganz
streng.
Die bayerische Staatsregierung will den Volksentscheid akzeptieren. "Es ist
gut, dass wir jetzt ein eindeutiges Ergebnis haben - damit ist die Sache
erledigt", sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich in der Süddeutschen
Zeitung hochzufrieden mit dem Bürgervotum.
Auch in Brüssel wurde der Volksentscheid aufmerksam beobachtet. Er setze
darauf, dass die Mitgliedstaaten nun einen Ansporn bekämen, die
Entschließung "Europa rauchfrei bis 2012" in die Tat umzusetzen, sagte der
Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli.
6 Jul 2010
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