# taz.de -- Schon 40 Milliardäre machen mit: Spende dein halbes Vermögen!
       
       > "The Giving Pledge", die Initiative von Bill Gates und Warren Buffett,
       > Milliardäre zu bitten, die Hälfte abzugeben, zeigt Erfolg. 40 von 70
       > Angesprochenen machen mit.
       
 (IMG) Bild: Fröhliche Milliardäre: Buffet und Gates bei einem Basketballspiel 2008 in Las Vegas.
       
       NEW YORK dpa | Bill Gates und Warren Buffett sind die wohl besten
       Telefonverkäufer der Welt. Seit Juni hingen beide an der Strippe, dann
       hatten sie mehr Geld zusammen, als einige EU-Länder als
       Bruttoinlandsprodukt vorweisen können. Der Microsoft-Gründer und der
       Investmentpapst haben 40 Milliardäre überredet, mindestens die Hälfte ihres
       Vermögens zu spenden. Diese einzigartige Aktion dürfte 100 Milliarden
       Dollar (75 Milliarden Euro) zusammengebracht haben.
       
       Auf 53 Milliarden Dollar wird das Vermögen von Bill Gates und seiner Frau
       Melinda geschätzt. Einen großen Teil davon hat der 54-Jährige für die
       medizinische Forschung und die Dritte Welt gespendet. Warren Buffett hat
       zwar um die 47 Milliarden, trotzdem ist sein Leben so luxuriös wie das
       eines Handelsvertreters.
       
       Dafür spendet auch der 79-Jährige Milliarden. Gemeinsam haben sie das
       Projekt [1]["The Giving Pledge"] (Das Spendenversprechen) gestartet.
       Erklärtes Ziel: Möglichst vielen Milliardären möglichst viele Milliarden
       aus der Tasche zu ziehen.
       
       "Wir haben etwa 70 Leute auf der "Forbes"-Liste angesprochen, denen wir
       sowas zugetraut haben", sagt Buffett. "Sowas", das ist das Verschenken der
       Hälfte des Vermögens, das zuweilen über Generationen angespart und vererbt
       wurde. "Einige wollten erst nicht, viele konnten wir dann doch überzeugen."
       Aber nicht alle.
       
       Immerhin 40 Milliardäre machen aber bei Gates und Buffett mit: "Star
       Wars"-Erfinder George Lucas und CNN-Gründer Ted Turner, Hotel-Erbe Barron
       Hilton und Bankier David Rockefeller, "Oracle"-Gründer Larry Ellison und
       Designerin Diane von Fürstenberg.
       
       "Wir haben in New York Achtung vor erfolgreichen Leuten. Aber noch mehr vor
       Leuten, die sich um ihre Mitmenschen kümmern", begründet New Yorks
       Bürgermeister Michael Bloomberg sein Engagement. Der Medienunternehmer wird
       selbst auf 18 Milliarden geschätzt. "Ich will irgendwann mal in den Spiegel
       gucken, kurz bevor endgültig die Lichter ausgehen, und sagen: Okay, Du hast
       die Welt ein kleines Stückchen besser gemacht."
       
       Eine Regel hat der exklusive Club: Es muss schon mindestens die Hälfte
       sein, die die Milliardäre abgeben. Für welchen Zweck, bleibt dem Spender
       überlassen. Dabei gehen die beiden Initiatoren allerdings davon aus, dass
       man nicht hintenrum wieder in die eigene Tasche oder mit unlauteren
       Hintergedanken spendet. Die Gentleman zeigen aber Vertrauen: "Es ist kein
       juristischer Vertrag, es ist ein moralisches Versprechen", sagte Buffett.
       
       Wie viel denn nun genau zusammenkommen soll, weiß Buffett selbst nicht, "es
       wird ja auch ständig mehr". Denn noch seien nur amerikanische Milliardäre
       dabei, aber auch in Asien liege Geld brach: "Im Herbst reisen Bill und ich
       nach China, um ein paar reiche Chinesen zu treffen."
       
       Die Vorteile des Spendens erklärt Bürgermeister Bloomberg in deutlicher New
       Yorker Art: "Ich möchte nicht das Leben meiner Kinder ruinieren. Sie sollen
       ihre Ziele haben und dafür kämpfen und nicht einfach sagen, hey, ich bin im
       Club des glücklichen Spermas und erbe den Erfolg einfach." Er hatte bereits
       2006 erklärt, 99 Prozent seines Vermögens spenden zu wollen.
       
       5 Aug 2010
       
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