# taz.de -- Klagen sollen erschwert werden: Regierung setzt sich für Kinderlärm ein
       
       > Kinderlärm soll nicht länger als schädliche Umwelteinwirkung eingestuft
       > werden. Die Bundesregierung fordert Toleranz gegenüber spielenden Kindern
       > und will Klagen erschweren.
       
 (IMG) Bild: Zwar manchmal laut, aber definitiv gesund: Kinderlachen.
       
       DORTMUND afp | Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge
       Klagen gegen Kinderlärm und Kindertagesstätten in Wohngebieten deutlich
       erschweren. "Kinderlärm ist doch keine schädliche Umwelteinwirkung, vor der
       die Bürger mit einem Gesetz geschützt werden müssen", sagte Bundesbau- und
       Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Ruhr Nachrichten. "Wir werden die
       Rechtslage deshalb ändern."
       
       Hermann Kues (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im
       Familienministerium, sagte der Zeitung, "Toleranz und Akzeptanz gegenüber
       dem Lachen, Kreischen, Singen und Rufen spielender Kinder muss eine
       Selbstverständlichkeit sein". Informationen der Zeitung zufolge könnten die
       Gespräche nach der Sommerpause abgeschlossen werden.
       
       Geplant ist demnach unter anderem eine Novelle des Baugesetzbuches. Danach
       sollen Kindertagesstätten künftig in allen Wohngebieten zulässig sein.
       Bisher mussten die Kommunen Ausnahmegenehmigungen erteilen. Angestrebt wird
       demnach auch eine Klarstellung im Bundesimmissionsschutzgesetz, dass
       Kinderlärm nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung betrachtet wird.
       
       Der Bundesrat hatte sich bereits im März für einen wohlwollenderen Umgang
       mit Kinderlärm eingesetzt. Die Länderkammer hatte ebenfalls gefordert,
       Kinderlärm nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung im Sinne des
       Immissionsschutzrechts einzustufen und außerdem Kitas generell auch in
       reinen Wohngebieten zuzulassen. Als erstes Bundesland hatte Berlin im
       Februar sein Immissionsschutzgesetz zugunsten der Kinder geändert.
       
       16 Aug 2010
       
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