# taz.de -- Gutachten über Riesenlaster: Testfahrten sollen rechtswidrig sein
       
       > Die Bundesregierung will testweise Lang-Lkw zulassen. Die Gegner erheben
       > Einspruch und ein Gutachten erklärt die Testfahrten für "rechtswidrig".
       
 (IMG) Bild: Ein Riesen-Laster - oder doch nur ein Gigaliner?
       
       BERLIN taz | Wie lang darf ein Lkw sein? Während in Schweden längst
       Riesenlaster rollen, gilt auf deutschen Straßen eine gesetzliche
       Längenbeschränkung von rund 18 Metern. Das will die Bundesregierung ändern:
       Ab 2011 sollen, vorerst testweise, im ganzen Bundesgebiet sogenannte
       Gigaliner eingesetzt werden.
       
       Gigaliner sind rund 25 Meter lang und so schwer wie ein größeres
       Verkehrsflugzeug. Doch ein Gutachten des Deutschen Instituts für Urbanistik
       (Difu), das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, kritisiert die
       geplanten Testfahrten als "rechtswidrig".
       
       Die Difu-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Feldversuche mit Gigalinern nur
       auf parlamentarischem Weg genehmigt werden können und nicht durch eine
       Verordnung des Verkehrsministeriums. "Das Verkehrsministerium darf
       bundesweite Testfahrten nicht ohne Beteiligung von Bundestag und Bundesrat
       auf dem Weg der Ausnahmeverordnung erlauben", sagte Difu-Leiter Klaus
       Beckmann am Mittwoch in Berlin. "Das ist rechtswidrig."
       
       Das Difu-Gutachten wurde im Auftrag des Deutschen Städtetags, der "Allianz
       pro Schiene" und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen erstellt. Die
       Auftraggeber eint die Kritik an den überlangen Lkw. Folkert Kiepe vom
       Deutschen Städtetag befürchtet einen Anstieg des Verkehrsaufkommens in
       deutschen Kommunen. Zwar seien die Gigaliner für den Fernverkehr ausgelegt.
       "Quelle und Ziel der Lkw sind aber Städte", so Kiepe.
       
       Der Geschäftsführer der "Allianz pro Schiene", Dirk Flege, pflichtet Kiepe
       bei: "Gigaliner sind umweltschädlich, teuer und gefährlich." Das
       Difu-Gutachten beweise zudem, dass die Einführung der Lang-Lkw rechtswidrig
       sei. Die Pläne des Verkehrsministeriums seien, so Flege, "Klientelpolitik
       für Großspeditionen". Zudem wolle eine große Mehrheit der Bevölkerung keine
       Monstertrucks auf deutschen Straßen. Dies habe unter anderem eine Umfrage
       des Forsa-Instituts aus dem Jahr 2007 gezeigt.
       
       16 Sep 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) F. Dachsel
       
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