# taz.de -- Arbeitslosengeld-Kürzung bei Älteren: Union bremst FDP
       
       > Es gibt Streit in der Koalition über die Leistungen für ältere
       > Arbeitslose: Die Union lehnt die FDP-Forderung ab, ihnen das
       > Arbeitslosengeld zu kürzen.
       
 (IMG) Bild: Wer älter ist, kann länger auf Arbeitslosengeld setzen: Arbeiter am Montageband bei Ford.
       
       BERLIN afp/dapd | Die Union hat die Forderung der FDP zurückgewiesen,
       Älteren den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu verkürzen. "Wenn wir jetzt bei
       älteren Arbeitslosen kürzen, werden dies die Menschen als zusätzliche
       Ungerechtigkeit empfinden", sagte der Chef der Arbeitnehmergruppe in der
       Unionsfraktion, Peter Weiß, der Berliner Zeitung. FDP-Generalsekretär
       Christian Lindner hatte vorgeschlagen, Erwerbslose über 50 Jahre sollten
       künftig maximal zwölf bis 18 Monate ALG I beziehen können. Derzeit sind es
       bis zu 24 Monate.
       
       Als "Kampfansage" an ältere Arbeitnehmer kritisierte die SPD derweil die
       Forderung der Liberalen. "Es ist vernünftig und sozial gerecht, die Dauer
       des Arbeitslosengeldes nach dem Alter zu staffeln", sagte
       SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. "Die älteren Arbeitnehmer
       haben nicht nur länger eingezahlt, sie haben es auch schwerer, wieder einen
       neuen Job zu finden."
       
       FDP-Arbeitsmarktpolitiker Johannes Vogel verteidigte den Vorstoß: "Das
       längere Arbeitslosengeld für Ältere hilft den Menschen nicht, sondern
       verringert ihre Chance auf ein selbständiges Leben ohne Unterstützung". Es
       sei "Teil der Frühverrentungskultur, die wir beenden wollen", sagte er.
       
       Von der Änderung erhofft sich die FDP Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro,
       die die Regierung für höhere Hartz IV-Sätze sowie eine Reform der
       Zuverdienstregeln einsetzen könnte. "Dieses Geld wäre bei der Reform der
       Hinzuverdienstgrenzen sicherlich besser angelegt", sagte der
       FDP-Arbeitsmarktexperte Heinrich Kolb dem Handelsblatt vom Montag. Daher
       solle der Vorschlag "ernsthaft" geprüft werden.
       
       20 Sep 2010
       
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