# taz.de -- Todesstrafe in den USA: Keine Gnade für Teresa Lewis
       
       > Obwohl die 41-Jährige geistig zurückgeblieben ist, soll sie am Donnerstag
       > hingerichtet werden. In Virginia ist es die erste Todesstrafe für eine
       > Frau seit 98 Jahren.
       
 (IMG) Bild: Das Foto zeigt Teresa Lewis im Jahr 2007. Die Hinrichtung der US-Amerikanerin ist für Donnerstag geplant.
       
       I need a miracle" - "ich brauche ein Wunder", heißt das Lieblingslied von
       Teresa Lewis. Sie selbst singt es gern, und wer die Webseite
       [1][www.saveteresalewis.com] anklickt, kann ihr dabei zuhören. Ein Wunder
       braucht die 41-Jährige tatsächlich. Bleibt es aus, wird sie an diesem
       Donnerstagabend durch eine Giftspritze sterben.
       
       2003 wurde Lewis wegen der Ermordung ihres früheren Ehemannes und dessen
       Sohn zum Tode verurteilt. Mordmotiv: die Lebensversicherung. Dass sie die
       Ermordung tatsächlich mit geplant hat, hat Lewis nie bestritten.
       Allerdings: Geschossen hat nicht sie, zwei Mittäter schossen - zwei damals
       20 und 21 Jahre Männer, denen Lewis für die Tat Geld und Sex versprochen
       haben soll. Beide sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
       
       Teresa Lewis hat den Rechtsweg inzwischen ausgeschöpft. Am Dienstag hat der
       Oberste Gerichtshof mit sieben zu zwei Richterstimmen ihr Gnadengesuch
       zurückgewiesen - damit ist die letzte Chance dahin, dem Tod zu entkommen.
       Lewis wird die erste Frau seit fünf Jahren sein, die in den USA
       hingerichtet wird, und die erste im Bundesstaat Virginia seit 98 Jahren.
       Virginias Gouverneur Bob McDonnell hat bereits angekündigt, von seinem
       Recht, auch in letzter Minute noch eine Hinrichtung per Gnadenerlass zu
       stoppen, keinen Gebrauch machen zu wollen.
       
       Zwei Kernargumente führen Lewis Anwälte an, um zu beweisen, dass ein
       Todesurteil gegen ihre Mandantin ungerechtfertigt ist: Einerseits sei
       ungerecht, dass die eigentlichen Mörder mit lebenslänglicher Haft
       davonkommen, während Lewis sterben solle. Und das, obwohl einer der Täter
       sich in einem Brief an eine Freundin damit gerühmt haben soll, er habe
       Lewis Nähe gesucht, um sie zu dem Mordplan zu überreden.
       
       Außerdem sei Lewis mit einem IQ von 72 zumindest an der Grenze zur
       geistigen Zurückgebliebenheit. Gerade dieser Aspekt hat auch für nationale
       und internationale Aufmerksamkeit gesorgt.
       
       Schon kurz nach der Tat hat Teresa Lewis bereut, was geschehen ist. Sie
       selbst hat der Polizei alles gestanden und sie zu den beiden aktiven Tätern
       geführt. Aber all das scheint jetzt nicht mehr wichtig. Die Zeit ist
       abgelaufen, Donnerstagabend um 21 Uhr Ortszeit wird sie sterben -wenn nicht
       doch noch ein Wunder geschieht.
       
       22 Sep 2010
       
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