# taz.de -- Islamisten planten offenbar Anschlag-Serie: Deutscher Terrorist geschnappt
       
       > Weil in Afghanistan ein deutscher Terrorist festgenommen wurde, flog
       > Geheimdiensten zufolge eine Anschlagsserie auf. Ziel waren mehrere Städte
       > in Europa, wie zwei TV-Sender berichten.
       
 (IMG) Bild: Angeblich das Vorbild für die Terroristen: Der Angriff von Islamisten auf Mumbai mit MPs und Bomben im November 2008. (Das Foto zeigt einen indischen Soldaten, der vorm Taj Mahal Hotel in Deckung geht.)
       
       LONDON afp/dpa | Westliche Geheimdienste haben Medienberichten zufolge
       Terroranschläge auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhindert.
       Bei den von Pakistan aus geplanten Anschlägen hätten zeitgleich London
       sowie große Städte in Deutschland und Frankreich angegriffen werden sollen,
       berichtete in der Nacht zum Mittwoch der britische Fernsehsender Sky News.
       
       Konkrete Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge hat das
       Bundesinnenministerium allerdings nicht. Die aktuellen Hinweise führten zu
       keiner Veränderung der Gefährdungsbewertung, teilte der Sprecher des
       Innenministeriums, Stefan Paris, weiter mit. Die Darstellungen, wonach
       Al-Kaida längerfristig plane, Anschläge in den USA, Europa und auch in der
       Bundesrepublik zu begehen, seien den Bundessicherheitsbehörden bekannt,
       erklärte das Ministerium. Dies werde "mit der gebotenen Sensibilität und
       Intensität - auch im Austausch mit den internationalen Partnern analysiert
       und bewertet".
       
       Sky News berief sich bei seinem Bericht auf britische Geheimdienstkreise,
       denen zufolge die Hintermänner Kontakte zum Terrornetzwerk El Kaida hatten.
       Die Anschläge hätten Kommando-Aktionen ähnlich wie in Mumbai im November
       2008 sein sollen. Bei Angriffen auf zwei Luxushotels und andere Orte in der
       indischen Metropole hatten aus Pakistan eingereiste Islamisten damals 166
       Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
       
       Auch der US-Sender ABC News berichtete von den Anschlagsplänen. Auch die
       USA seien womöglich ein Ziel gewesen; Präsident Barack Obama sei über die
       Gefahr bereits informiert worden, hieß es in dem Sender unter Berufung auf
       US-Beamte. Die wichtigsten Informationen über die drohende Gefahr kamen dem
       US-Sender zufolge von einem mutmaßlichen deutschen Terroristen, der auf dem
       Weg nach Europa gefasst worden sei und nun in Afghanistan festgehalten
       werde.
       
       Die von Pakistan aus vorangetriebenen Pläne seien bereits in
       fortgeschrittenem Stadium gewesen, hieß es bei Sky News. Allerdings hätten
       die Anschläge nicht unmittelbar gedroht.
       
       Die Größe des Komplotts sei entdeckt worden, nachdem die Geheimdienste in
       Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA ihre Informationen
       ausgetauscht hätten. Das US-Militär habe dann geholfen, die Hintermänner in
       Pakistan aufzuspüren. Dies erkläre auch die vermehrten Angriffe von
       US-Drohnen auf pakistanisches Gebiet in den vergangenen Tagen, hieß es bei
       Sky News.
       
       ## USA griffen mit Drohnen an
       
       Die US-Armee hatte in den vergangenen Tagen vermehrt mutmaßliche
       Islamisten-Stellungen in Pakistan mit Drohnen angegriffen. Die Angriffe
       hätten teilweise auch den Planern der Anschläge gegolten, einige von ihnen
       seien getötet worden, berichtete Sky News. Bei den Angriffen soll am
       Wochenende auch der El-Kaida-Chef für Afghanistan und Pakistan getötet
       worden sein.
       
       Der Bericht über die Anschlagspläne fällt in eine Zeit vermehrter
       Sicherheitswarnungen der westlichen Geheimdienste. Erst vor einer Woche
       hatte US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano erklärt, dass die USA und
       Europa einer immer größer werdenden Bedrohung von Anschlägen ausgesetzt
       seien.
       
       In Frankreich wiederum warnen die Sicherheitsbehörden seit Wochen vor einer
       konkreten Terrorgefahr. "Die Bedrohung ist real, unsere Überwachung ist
       verstärkt", hatte Innenminister Brice Hortefeux kürzlich erklärt. Erst am
       Dienstagabend war zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen der Pariser
       Eiffelturm wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Rund zwei Stunden
       später wurde der Bombenalarm aber aufgehoben und der Eiffelturm wieder für
       Besucher geöffnet.
       
       29 Sep 2010
       
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