# taz.de -- Kommentar Car2Go: Leider nur eine rollende Mogelpackung
> Ein Zukunfts-Modell kann Car2go nur werden, wenn viel mehr Autos
> bereitstehen und das Projekt nicht nur für spontane one-way-Fahrten
> ausgelegt ist.
(IMG) Bild: Kein Carsharing sondern ein flexibles Autoprojekt: Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, in einem Car2go-Smart
Die Innenstädte versinken im Auto-Verkehr, Einkaufszentren mit riesigen
Parkflächen locken die Kunden raus aus der Stadt. Amerikanische
Verhältnisse drohen - wenn da ein Autokonzern wie Daimler sich der Frage
nach Alternativen stellt, ist das immer spannend. Die Frage ist, ob Car2go
ein seriöses Projekt ist, das Zukunftsfragen bearbeitet.
Denn klar ist: Selbst wenn das Modell scheitert, wäre das Projekt eine
große Werbung für Daimler und Europcar gewesen. Die Preise einer Fahrt sind
zudem so hoch, dass es kein großes unternehmerisches Risiko gibt.
Der Verein "Stattauto" konnte klein anfangen und langsam wachsen. Ein
Modell, das die Spontanität der Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigt wie
Car2go, kann nur scheitern, wenn es zu klein startet. Denn wenn man sich im
Zweifelsfall nicht darauf verlassen kann, ein Auto zu bekommen, dann plant
man gleich anders.
Wer am 26. Dezember die Oma auf dem Lande besuchen muss und nicht
zuverlässig vorher ein Auto buchen kann, sondern gucken muss, ob
irgendeines irgendwo steht, der kann auf ein privates Auto nicht
verzichten. Ein mehrstündiger Kaffee-Besuch auf dem Lande wäre zudem mit
Car2go immer teurer als das Taxi. Ein Zukunfts-Modell kann Car2go nur
werden, wenn viel mehr Autos bereitstehen und das Projekt nicht nur für
spontane one-way-Fahrten ausgelegt ist.
22 Oct 2010
## AUTOREN
(DIR) Klaus Wolschner
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Mit der Idee des Verzichtes auf den privaten PKW hat Car2go nichts zu tun,
sagt der Bundesverband Carsharing.