# taz.de -- Rentenreform in Frankreich: Der harte Kern protestiert weiter
       
       > Auch nach der Verabschiedung im Parlament demonstrieren landesweit wieder
       > Hunderttausende gegen die Rentenreform. Die linke Opposition reicht eine
       > Verfassungsklage ein.
       
 (IMG) Bild: Die französischen Gewerkschafter Chérèque (CFDT) und Thibault (CGT) kämpfen weiter gegen die Rentenreform.
       
       PARIS taz | Für die französische Staatsführung ist mit der Verabschiedung
       der Rentenreform im Parlament die Debatte zu Ende. Nicht so für die
       Gewerkschaften und Oppositionsparteien, die gestern wieder in 270 Orten
       Demonstrationen mit Streiks gegen die Erhöhung des Rentenalters organisiert
       hatten.
       
       Von einer "Ehrenrunde" sprachen einige französische Medien am Vorabend des
       siebten nationalen Aktionstags der Gewerkschaften gegen die Rentenreform.
       In einigen Bereichen bröckelte bereits sei zwei Tagen die Streikfront. Nach
       der Verabschiedung der praktisch unveränderten Regierungsvorlage wurden
       auch deutlich weniger Demonstranten erwartet. "Wir sind nicht hier, um
       einen Rekord zu halten", hatte auch der FO-Gewerkschaftschef Jean-Claude
       Mailly vorab eine schwächere Mobilisierung erklärt.
       
       Immerhin wollten mehrere Hunderttausend der Regierung in Erinnerung rufen,
       dass ihr Widerstand ungebrochen und ihre Forderung nach echten
       Verhandlungen über eine andere Reform weiter aktuell sei.
       
       Die Regierung drängt auf ein Ende des mehrwöchigen Konflikts, der mit
       Streiks im Verkehr und der Treibstoffversorgung in der französischen
       Volkswirtschaft zu Einbußen im geschätzten Wert von drei bis vier
       Milliarden geführt hat.
       
       Für Premierminister François Fillon ist diese umstrittene Vorlage, die das
       früheste Pensionierungsalter von 60 auf 62 und das Anrecht auf eine
       Vollrente von 65 auf 67 Jahre erhöht, ein "Gesetz der Republik, das alle
       akzeptieren müssen".
       
       Nach Ansicht der Gewerkschaften und der linken Opposition, die eine
       Verfassungsklage eingereicht hat, wäre es aber nicht das erste Mal, dass
       ein verabschiedetes oder vom Präsidenten unterzeichnetes Gesetz nie in
       Kraft tritt, weil es in der Bevölkerung als ungerecht empfunden wird. Für
       den 6. November ist eine weitere Runde von Demonstrationen geplant.
       
       28 Oct 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rudolf Balmer
       
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