# taz.de -- Kommentar Delmenhorster Zeitungsexperiment: Nicht auf halber Strecke stehen bleiben
       
       > Das "Delmenhorster Kreisblatt" will den "Mantel" selbst schneidern. Wenn
       > aber lediglich Agenturmaterial auf Länge gebracht wird, ist der Verlag
       > auf halber Strecke liegen geblieben.
       
 (IMG) Bild: Was Schutz ist und was Verderben, dass wird das jüngst von Größeren geschluckte Delmenhorster Kreisblatt noch erfahren.
       
       Wenn die deutsche Presseagentur (dpa) aus Delmenhorst berichtet, hat das
       meist zu tun mit Sarah Connor. Oder, seltener, mit ihrer kleinen Schwester.
       Ansonsten ist an der Delme nicht übermäßig viel los. Nun aber tritt die dpa
       dort selbst als Protagonistin an.
       
       Hintergrund ist das Problem, dass einige große Verlage ganz auf die Dienste
       der Agentur verzichten. Im Gegenzug bietet dpa eine spezielle
       Zusammenarbeit mit den Kleinen an: Sie sollen in die Lage versetzt werden,
       ihre überregionale Berichterstattung "selbst" zu stemmen. Mit dieser
       Geschäftsidee trifft dpa auf ein experimentierfreudiges Traditionshaus, das
       als eines der ersten auf den zugekauften Mantelteil verzichten will. Das
       ist Mut an der richtigen Stelle.
       
       Doch auch in Delmenhorst wird man genau hinschauen müssen: Führt die
       Befreiung des Kreisblatts aus der Umarmung oder Ummantelung durch den
       großen Bruder, der Bremer Tageszeitungs AG, tatsächlich zu einem
       eigenständigen Profil? Wenn lediglich Tickermaterial auf Länge gebracht
       wird, ist der Verlag auf halber Strecke liegen geblieben.
       
       So wie bei der eigenen Reorganisation: Die Herauslösung der Lokalredaktion
       aus einer "Service GmbH" war Voraussetzung, um der journalistische Arbeit
       Glaubwürdigkeit zu geben - doch eine Rückkehr in den Tarif war damit nicht
       verbunden.
       
       10 Dec 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Henning Bleyl
       
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