# taz.de -- Todesstrafe vollstreckt: Mutmaßlicher Spion im Iran gehängt
> Ein Mann, der angeblich für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat,
> ist im Iran hingerichtet worden. Er soll geheime Informationen über Irans
> Militär verraten haben.
(IMG) Bild: Hinter Gefängnisdraht: ein angeblicher Mossad-Spion.
TEHERAN dpa/afp/dapd | Im Iran ist ein angeblicher Mossad-Spion gehängt
worden. Der Iraner Ali-Akbar S. habe sechs Jahre lang für den israelischen
Geheimdienst gearbeitet, meldete die Nachrichtenagentur Irna unter Berufung
auf die Teheraner Generalstaatsanwaltschaft. Er sei am frühen Dienstag im
Teheraner Evin-Gefängnis hingerichtet worden.
Nach iranischen Justizangaben soll der Mann unter anderem Informationen
über das iranische Raketenprogramm an Israel verraten haben. Weiter hieß
es, er habe Israel geheime Informationen über die militärischen Kapazitäten
des Iran, einschließlich Details zu Manövern, Stützpunkten, einsatzfähigen
Kampfflugzeugen, militärischen Flügen, Militärflughäfen und Raketen
weitergegeben. Wie der Mann sich die geheimen Informationen beschafft haben
soll, ging aus dem Bericht nicht hervor.
Der Verurteilte habe, so heißt es weiter, Kontakt mit einer israelischen
Botschaft unterhalten und sich in der Türkei, in Thailand und den
Niederlanden mit Verbindungsleuten getroffen. S. gab demnach zu,
Informationen über iranische Militärstützpunkte, Militärübungen und
Rüstungsgüter "an die Feinde" weitergegeben zu haben. Im Gegenzug habe er
60.000 Dollar (45.000 Euro) erhalten und sei mit einem Computer und anderen
Ausrüstungsgegenständen ausgestattet worden.
S. wurde den Angaben zufolge 2008 festgenommen, als er gerade mit seiner
Frau das Land habe verlassen wollen. Das Todesurteil wurde in einem
Berufungsprozess bestätigt. Unter dem im Iran geltenden Gesetz der Scharia
kann Spionage mit dem Tod bestraft werden.
Der Iran wirft Israel immer wieder feindliche Akte wie Spionage vor. Ende
November machte Teheran Israel sowie Großbritannien und die USA für die
Anschläge auf zwei iranische Atomforscher verantwortlich, bei denen einer
der beiden Wissenschaftler starb.
Am Sonntag hatte der Teheraner Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari
Dolatabadi mitgeteilt, dass ein weiterer Angeklagter wegen Spionage für
Israel zum Tode verurteilt worden sei. Er soll mit einer "terroristischen"
Oppositionsgruppe zusammengearbeitet haben. Er habe frühere Mitglieder der
militanten Volksmudschaheddin bei staatsfeindlichen Aktivitäten
unterstützt, hieß es. Iran stuft die Gruppe als Terrororganisation ein und
macht sie für mehrere Mordanschläge auf hochrangige Politiker
verantwortlich.
28 Dec 2010
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