# taz.de -- Sarkozy und die Finanzmärkte: Ehrgeizige Pläne
> Als Vorsitzender der G-8 und der G-20 fordert Frankreichs Staatspräsident
> Nicolas Sarkozy eine Transaktionssteuer. Die findet nicht nur Freunde.
(IMG) Bild: Ich will bestimmen: Nicolas Sarkozy hat klare Vorstellungen, was er als Vorsitzender der G-8 und G-20 durchsetzen will.
PARIS taz | Seine Zielsetzungen für den G-8- und G-20-Vorsitz seien von
"Bescheidenheit und Ambition" geprägt, sagte der französische Präsident
Nicolas Sarkozy am Montag in Paris. Einerseits hat er seinen Enthusiasmus
angesichts der Widerstände der Partner, namentlich der USA und der
Volksrepublik China, mäßigen müssen. Doch sein Ehrgeiz, mit dem er 2008
mitten in der Krise durch die Regulierung der Finanzmärkte, Regeln für die
Banken oder Begrenzung der Prämien für Spitzenmanager den "Kapitalismus
moralisieren" wollte, tönte auch jetzt noch durch. Als Mittel dazu sieht
Sarkozy immer noch die Regulierung, denn: "Ohne Regeln gibt es keinen
Markt, sondern den Dschungel."
Das Motto für das G-8- und G-20-Jahr lautet "Neue Welt - Neue Ideen". Eine
davon ist eine "innovative" Besteuerung der Finanztransaktionen zur
Finanzierung der in Kopenhagen von den Wirtschaftsmächten versprochenen
Entwicklungshilfe. Eine solche Abgabe sei moralisch und effizient, plädiert
Sarkozy, der einräumt, dass eine solche Initiative heute auch unter seinen
Freunden "viele Feinde" habe.
Viel beachtet wurde in Paris sein "Mea culpa" zu Tunesien. Frankreich habe
das Ausmaß des Leidens und den Durst nach Freiheit wohl unterschätzt. Er
vermied es aber, sich von Außenministerin Michèle Alliot-Marie zu
distanzieren, die kurz vor dem Sturz von Ben Ali Frankreichs Know-how bei
der Aufrechterhaltung der Ordnung angeboten hatte. Er bekannte stattdessen,
Frankreich stehe "an der Seite der jungen Demokratie in Tunesien".
24 Jan 2011
## AUTOREN
(DIR) Rudolf Balmer
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