# taz.de -- Junge häufiger krank: Kopfschmerz statt Karriere
       
       > Berufsanfänger melden sich häufiger krank als ältere Arbeitnehmer, sagt
       > der DAK-Gesundheitsreport. Vor allem durch Stress verursachte Leiden
       > mehren sich.
       
 (IMG) Bild: Wenn's alles zu viel wird, bleiben die Jungen zu Hause.
       
       BERLIN taz | Wer heute die Schule verlässt, darf sich auf rund 50 Jahre
       Berufstätigkeit freuen. In diesem halben Jahrhundert wird von den jungen
       Arbeitnehmer erwartet, dass sie nicht nur das nötige Wissen aus der Schule
       mitbringen, sondern sich permanent weiterbilden, den beruflichen
       Belastungen standhalten, und natürlich flexibel sind. Und zwischen zwei
       Zeitverträgen sollen sie dann bitteschön noch die nächste Generation der
       Rentenzahler in die Welt setzen. Wer kann es sich da noch leisten, krank zu
       werden?
       
       Der am Dienstag vorgestellte DAK-Gesundheitsreport spricht von einem
       historisch niedrigen Krankenstand von etwa 12,5 Tagen. Die Anzahl der
       Krankmeldungen nimmt zwar ab, aber sie dauern dafür länger. Dabei nehmen
       gerade psychische Erkrankungen überproportional zu.
       
       Damit sind nicht die wirklich schweren psychischen Erkrankungen gemeint,
       wie manische Depressionen oder Schizophrenie, erklärt Dr. Hans-Peter Unger,
       Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Hamburg-Harburg.
       Es sind vor allem Symptome wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und
       Magen-Darm-Beschwerden, die zunähmen, verursacht durch Stress: "Fehlende
       Wertschätzung, wenig Einfluss und Kontrolle, und auch unfaire Behandlung
       durch Kollegen können Stress verursachen."
       
       Dass gerade junge Erwerbstätige, die im Fokus der Studie stehen, durch hohe
       Belastungen und Jobunsicherheit unter Druck stehen, liegt nahe. Doch weit
       gefehlt. Die 18- bis 29-Jährigen sind zufrieden mit ihrer Arbeitssituation,
       sehen sich sogar im Wunschberuf. Nur 20 Prozent klagen über zu viel Stress,
       über die Hälfte fühlt sich sogar unterfordert. Da aber Unterforderung auch
       Stressauslöser ist, sollte man vielleicht doch eine gespaltene
       Persönlichkeit diagnostizieren.
       
       16 Feb 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johannes Opfermann
       
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