# taz.de -- Der Dammbruch
       
       > FORTSCHRITT 32 Meter hoch, 820 Meter breit: Laos baut in den Mekong, den
       > fischreichsten Fluss der Welt, eine Staumauer. Irrsinn, sagen
       > Umweltschützer. Dabei soll das erst der Anfang sein
       
       AUS XAYABURI UND BANGKOK NICK REIMER
       
       Im November 2012, als schon Bagger und Planierraupen am Mekong stehen, dem
       zehntgrößten Fluss der Welt, als vieles zu spät ist, fliegt Marc Goichot
       nach Bangkok.
       
       Er fährt durch Hochhausschluchten in den Stadtteil Samsen Nai, ein Viertel
       mit noblen Gartenvillen, in das Südostasienbüro der Umweltorganisation WWF.
       Angesetzt ist ein Strategietreffen zum Mekong. Goichot trifft Kollegen:
       Umweltschützer aus Kambodscha, Thailand und Laos.
       
       Marc Goichot, harter Blick, weiche Stimme, französischer Einschlag, wenn er
       Englisch spricht, läuft die Treppen zum WWF-Büro hinauf. Vor der Tür stehen
       zwei Dutzend Schuhe, man geht barfuß in thailändischen Büros.
       
       Marc Goichot lebt am Mekong, in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Er ist
       Geograf, spezialisiert auf Flüsse. Seit zwölf Jahren leitet Goichot das
       Living Mekong Programme des WWF. Für ihn und sein Programm geht es jetzt um
       alles.
       
       Marc Goichot ist professionell. Er spricht langsam, doch er ist angespannt,
       es bleibt nicht mehr viel Zeit.
       
       Er und seine Kollegen wollen einen Fluss retten, der sich 4.300 Kilometer
       lang durch Südostasien schlängelt, von der Quelle auf dem tibetischen
       Hochplateau bis zum Delta im Südchinesischen Meer. 5.200 Höhenmeter
       überwindet er dabei, weshalb er in China „Lancang Jian“ genannt wird, der
       turbulente Fluss.
       
       Der turbulente Fluss soll jetzt gezähmt werden, er soll gestaut werden und
       Strom liefern. Der Mekong ist bedroht. Bedroht sind damit auch die Tiere,
       die in ihm, und die Menschen, die von ihm leben. Das ist die eine Sicht,
       die Sicht von Marc Goichot. Die Sicht eines europäischen Umweltschützers.
       
       Wenige Tage bevor Goichot nach Bangkok fliegt, legt der Vizeenergieminister
       von Laos den Grundstein für ein Projekt, das die kommunistische Regierung
       „Xayaburi“ nennt. 250 Kilometer nördlich der Hauptstadt soll ein 32 Meter
       hohes Stauwerk entstehen. Der Staudamm soll Fortschritt bringen, Strom und
       Gewinne durch dessen Export.
       
       820 Meter wird das Stauwerk breit werden, in sechs Jahren soll es Strom
       liefern.
       
       Am Ostufer des Mekong sind riesige Arbeitersiedlungen in den Berg
       geschlagen worden, eine Infrastruktur mit Tanklagern,
       Wasseraufbereitungsanlagen und Stromtransformatoren ist entstanden. Durchs
       Flusstal hallt der Lärm von Schlagbohrern und Dampfwalzen, Laster
       transportieren Armierungsstahl, Kräne drehen sich. Kipper laden Geröll und
       Gestein.
       
       Zwischen sattgrünen Palmen rollen jetzt staubige Baumaschinen.
       
       Der Mekong wurde umgeleitet, auf dem ehemaligen Flussgrund haben die
       Betonarbeiten für den künftigen Damm begonnen. Es muss schnell gehen: Wenn
       im Mai die Regenzeit beginnt, wird der Mekong hier um vier bis fünf Meter
       steigen. Dann wird es unmöglich, gegen das Hochwasser anzubauen.
       
       Marc Goichot braucht eine Pause, er nimmt sich einen Limonensaft und setzt
       sich an einen Tisch im WWF-Büro. Eine Katastrophe sei das, was da gerade
       passiert, sagt er. Was können sie noch tun, um das Projekt aufzuhalten?
       
       Petch Manopawitr, Marcs Kollege, schlägt eine Intervention bei der Mekong
       River Commission vor, der internationalen Mekong-Kommission. Nach dem
       Vorbild der Kommission zum Schutz des Rheins hat sich auch in Südostasien
       ein Anrainergremium gebildet, das alle Entscheidungen über den Fluss im
       Konsens treffen will. Sie hat sich gegen den Bau ausgesprochen. Doch ihre
       Entscheidung ist nicht verbindlich.
       
       Laos hat sich nun über das Veto der Kommission hinweggesetzt. Das Land will
       mit dem Fortschritt nicht mehr warten, allen Warnungen zum Trotz. „Der
       Mekong ist das produktivste Fischreservat der Welt: Proteinquelle für 60
       Millionen Menschen“, sagt Goichot. Diese Produktivität verdanke der Fluss
       seinen Eigenheiten – der Fließgeschwindigkeit, den Sedimenten, dem Wechsel
       zwischen Regen- und Trockenzeit. Wird der Damm wirklich gebaut, gerate
       alles durcheinander.
       
       Elf Dämme seien allein am Mekong geplant und der Xayaburi sei nur der
       außenpolitische Testballon. Es sollen Fakten geschaffen werden. „Wir müssen
       diesen Dammbruch verhindern“, sagt Goichot.
       
       Aber es gibt nicht nur die Sicht von Goichot. Es gibt nicht nur jene, die
       vor dem Projekt warnen. Es gibt auch Andritz, einen österreichischen
       Konzern, der an dem Dammbau verdient. Und es gibt Herrn Dschok und die
       Hoffnung auf ein besseres Leben.
       
       Das Dorf von Herrn Dschok liegt unterhalb des künftigen Damms. Seit am
       Mekong gebaut wird, hat es Strom. Er kommt von den Generatoren der nahen
       Baustelle. Herr Dschok ist Verbandsleiter der Altersunion der
       Kommunistischen Partei. Er ist 78 und wird im Dorf mit Respekt behandelt.
       
       Seine Aufgabe ist es, in sieben Dörfern der Region dafür zu sorgen, dass
       die Sorgen der älteren Bevölkerung gehört werden. Und dass die Älteren die
       Visionen der Partei zu ihren eigenen machen. Er macht Stimmung für das
       Staudammprojekt. Er macht Stimmung für die Partei.
       
       Und die Partei will, dass Laos zur „Batterie“ Südostasiens wird. Über 150
       Dammbauprojekte sind in Planung, erst 14 Staudämme sind an Nebenflüssen des
       Mekong in Betrieb.
       
       Aber schon in zwei Jahren soll der Export von Strom aus Wasserkraft nach
       Thailand, China und Vietnam mehr Devisen einbringen, als das Geschäft mit
       Gold und Kupfer derzeit dem armen Laos bringt.
       
       „Die Nachbarstaaten von Laos bekommen umweltfreundliche Energie, Laos
       selbst bekommt Strom, und die Leute aus unserem Dorf bekommen Arbeit“, sagt
       Herr Dschok.
       
       Die Flussanrainer Kambodscha und Vietnam haben scharf gegen die Pläne
       protestiert: Vor allem der Einfluss der Vietnamesen, die im Krieg gegen die
       USA wichtige Nachschubrouten in Laos unterhielten, ist in der laotischen
       Hauptstadt groß.
       
       Das Mekongdelta in Vietnam gilt als Reiskammer Südostasiens. Der Fluss
       verzweigt sich dort in viele Arme und fließt ins Südchinesische Meer. Um
       die Flussarme hat sich Schwemmlandboden gebildet.
       
       Bis zu drei Ernten im Jahr fahren die Bauern auf dem fruchtbaren Boden ein.
       Wegen des Klimawandels sei der Stress für das Delta bereits heute enorm,
       sagt Marc Goichot. Das Steigen des Meeresspiegels hat dazu geführt, dass
       dem Delta Land verloren geht. Und dass das Grundwasser immer mehr versalzt.
       „Wenn jetzt auch noch die Sedimente als Baustoff ausfallen, droht das Delta
       umzukippen“, sagt Goichot.
       
       So wird der Staudamm, 1.500 Kilometer nördlich in ein paradiesisches
       Flusstal gesetzt, eines Tages darüber entscheiden, wie viel Ernte ein
       Reisbauer in Südvietnam einfährt.
       
       Bouchong Pang lebt am Mekong, im selben Dorf wie Herr Dschok. Vor zehn
       Jahren hat er noch als Fischer gearbeitet. Aber das bringe heute kaum noch
       etwas ein, sagt er. Der Fluss ist überfischt.
       
       Bouchong Pang baut in der Regenzeit Reis an, in der Trockenzeit Mais, Sesam
       und Maniok. Seine Frau schürft im Fluss Gold. Bouchong Pang ist scheu. Er
       will eigentlich nicht sprechen, er will nicht fotografiert werden. Als er
       doch redet, sagt er nur Gutes über den Staudamm.
       
       Die Partei habe zugesagt, dass für die Fische eine Treppe gebaut wird. Eine
       Fischtreppe, damit die Tiere weiterhin in ihre Laichgebiete ziehen können,
       weiterhin zur Paarung ins Meer, so wie es ihnen ihr Lebensrhythmus vorgibt.
       Er kenne niemanden, der gegen das Projekt sei, sagt Bouchong Pang. Zumal es
       doch nun auch noch Strom für das Dorf gebe.
       
       Seit Jahren debattiert die Kommission der Flussanrainer die laotischen
       Pläne. China, Kambodscha, Thailand und Vietnam wollen, das alles so bleibt,
       wie es ist am Fluss der Flüsse. Laos wollte dafür entschädigt werden. Das
       Land verschob das Dammprojekt und sagte eine Umweltverträglichkeitsprüfung
       zu.
       
       Die liegt nun vor. Sie bescheinigt dem Projekt allenfalls lokale
       Auswirkungen auf die Umwelt. Etwa 200.000 Menschen werden durch den
       Xayaburi ihre Felder und Gärten am Mekongufer verlieren. Aber sie werden
       entschädigt.
       
       „Die Umweltprüfung ist eine komplette Farce“, sagt Marc Goichot. Ein
       Schweizer Ingenieurbüro habe das Ergebnis geliefert, das von Laos bestellt
       worden sei. „Das Gutachten hält europäischen Standards nicht einmal in
       Ansätzen stand“, meint Goichot. Tatsächlich sei der Mekong noch sehr
       unerforscht. Neuseeländische Wissenschaftler haben allein im Oberlauf des
       Flusses knapp tausend verschiedene Fischarten festgestellt. „Da gibt es
       Arten, die sich allein von den Flusssedimenten ernähren. Fehlen die,
       sterben die Fische“, sagt Goichot.
       
       Aber noch gibt es gute Nachrichten vom Mekong. Im Dezember meldete der WWF
       die Entdeckung eines kleinen Fisches, die Forscher tauften ihn Bangana
       musaei. Er ist wenige Zentimeter groß, weiß und hellrötlich und lebt
       unterirdisch im Kalksteinkarst und in den Höhlen im Flussbett des Mekong.
       
       Es sind auch unscheinbare Lebewesen wie diese, um die sich Marc Goichot
       sorgt.
       
       Der österreichische Wasserkraftkonzern Andritz dagegen, ein Global Player
       mit Sitz in Graz, glaubt an das Gute im Staudammprojekt. Für Andritz
       arbeiten weltweit mehr als 17.000 Menschen, die Zentrale in Graz sieht aus
       wie eine Großbehörde. Bei Andritz spricht man nicht gern über das Projekt
       Xayaburi.
       
       Vielleicht wird sich Andritz Kritik von Umweltschützern einhandeln. Protest
       aus der laotischen Bevölkerung muss das Unternehmen wohl nicht wirklich
       befürchten.
       
       Das Dorf Ban Talan liegt oberhalb der Baustelle, über hundert Familien
       leben hier. „Mehr als 200 Frauen“, wie Bürgermeister Sukhpang betont. Er
       sitzt mit seiner Familie zum Mittagstisch, für das Gespräch holt er sich
       ein Hemd aus seiner Hütte. Über vierzig der Höfe müssen an höher gelegene
       Stellen umgesiedelt werden.
       
       Doch es gebe kaum Klagen über die Umsiedlungen. „Alle sind zufrieden“, sagt
       der Bürgermeister. Er wirkt gelassen. Unter seinem Hemd wölbt sich ein
       Bauch. Seine Familie sitzt am Tisch und isst.
       
       Bislang hätten die Leute aus seinem Dorf als Bauern gearbeitet. „Jetzt
       haben sie die Straße von der Stadt bis an den Damm direkt durch unser Dorf
       gebaut.“ Für die Bauern gebe es nun Arbeit in der Stadt.
       
       Manche arbeiten dort jetzt als Fahrer, andere als Maurer. Fast alle Männer
       hätten in der Stadt ihr Auskommen gefunden. Das sei eine bessere Arbeit als
       auf dem Feld.
       
       Spezialisten seien da gewesen und hätten ermittelt, was die Häuser wert
       sind. „Meines zum Beispiel wurde auf 70 Millionen Kip geschätzt“, sagt der
       Bürgermeister. Umgerechnet sind das 6.500 Euro. „Und das Geld habe ich
       bereits bekommen.“
       
       Reicht das denn aus, um sich ein neues Haus zu bauen? „Ich kann ja mein
       altes Haus abbauen und am neuen Platz wieder errichten!“, sagt der
       Bürgermeister. Die Staudammgesellschaft würde in diesem Falle sogar den
       Transport übernehmen.
       
       Sein neues Dorf wird direkt am Ufer des Stausees liegen. Das sei ja
       vielleicht eine Chance, sagt er. „Früher haben hier viele vom Fischfang
       gelebt, aber das lohnt sich heute nicht mehr, der Fluss hat zu wenige
       Fische.“ Der Bürgermeister hofft, dass mit dem See die fischreichen Zeiten
       wiederkommen. Seine Logik: Mehr Wasser, mehr Fische.
       
       Marc Goichot hält dies für eine Illusion. „Das Staubecken des Xayaburi wird
       60 Kilometer lang werden, es gibt also ein langes stehendes Gewässer, in
       dem sich die feinen Sedimente absetzen werden“, sagt er. Aber das sei nur
       ein Problem: Die Sedimente stabilisieren flussab das Bett des Mekong.
       Verändert man ihre Wirkung, verändere sich das Flussbett und damit das
       ganze Ökosystem. Eine Spezialität des Mekong sei aber genau dieses
       Flussbett mit seinen Nischen, in denen sich ein breites Fischhabitat
       gebildet habe.
       
       „Wir haben von großen Staudämmen an anderen Flüssen auf der Welt gelernt.
       In Europa oder Nordamerika sagen heute die Experten: Hätten wir vor 40
       Jahren gewusst, was wir heute wissen, hätten wir das Projekt anders
       umgesetzt“, sagt Goichot. So denkt Marc Goichot, der Umweltschützer. Herr
       Dschok sagt: Endlich gibt es Strom.
       
       Marc Goichot weiß, dass Laos eines der ärmsten Länder der Welt ist. Mehr
       als ein Drittel der 6,5 Millionen Laoten sind Analphabeten, 26 Prozent
       leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Staudammprojekt könnte das Land
       voranbringen.
       
       Laos’ Armut hat auch mit dem Nachbarland Vietnam zu tun und mit dem Krieg,
       den die Amerikaner dort führten. Die Nordvietnamesen hatten mit dem
       Ho-Chi-Minh-Pfad ein weit verzweigtes Geflecht von Dschungelschneisen durch
       Laos geschlagen, das den Nachschub nach Südvietnam sicherte.
       
       In neun Jahren Vietnamkrieg warfen die USA über Laos 260 Millionen bombies
       ab, tennisballgroße Streubomben. 78 Millionen sollen davon heute noch als
       Blindgänger in der Landschaft liegen, jedes Jahr verunglücken Bauern beim
       Pflügen, Waldarbeiter beim Roden, Kinder beim Spielen. Wie in Vietnam haben
       in Laos weder die USA noch ihre Verbündete jemals Entschädigung gezahlt.
       
       Seit 2011 betreibt Laos Entspannungspolitik. Wirtschaftsreformen wurden
       eingeleitet, die Wirtschaft wächst jährlich um 7 bis 10 Prozent.
       
       Laos hat nur einen einzigen Rohstoff, der sich nennenswert ausbeuten lässt:
       die Wasserkraft.
       
       „Wir sind überzeugt, dass der Damm keine ernsthaften Umweltfolgen hat“,
       erklärte der stellvertretende Energieminister. Deshalb sei der Baubeginn
       beschlossen worden.
       
       Wasserkraft kann sehr gut sein, das weiß Goichot, der Umweltschützer. Sie
       ist gut, wenn sie in ein Ökosystem eingebunden ist.
       
       Wasserkraft kann aber auch schlecht sein. Beim Xayaburi würden alle
       Untersuchungen eindeutig zeigen, dass das Projekt nicht mit dem Ökosystem
       vereinbar sei.
       
       Im Oktober meldete der Konzern Andritz in einer Börsenmitteilung, dass es
       die elektromechanische Ausrüstung für das Laufkraftwerk Xayaburi liefert.
       Börsennotierte Konzerne sind verpflichtet, solche Vertragsabschlüsse
       bekannt zu geben.
       
       Andritz wird acht Kaplanturbinen an die CH. Karnchang (Lao) Company Ltd.
       liefern. Sie können so viel Strom produzieren wie ein durchschnittliches
       Europäisches Atomkraftwerk.
       
       Nach der Meldung schnellte der Börsenkurswert des Konzerns in die Höhe.
       
       In einer Pressemitteilung ließ Andritz sein Engagement wie humanitäre Hilfe
       klingen: „Mangels anderer Energieressourcen setzt Laos seit Jahren auf den
       Ausbau von Wasserkraft, um den Lebensstandard der Bevölkerung zu
       verbessern.“
       
       Hinter der Ch. Karnchang (Lao) Company Ltd., an die der österreichische
       Konzern liefert, steckt einer der größten Konzerne aus Thailand. Die
       Thailänder sind Bauherr des Damms, auch ein Großteil der Investitionskosten
       stammt aus Thailand.
       
       Das soll sich schließlich auch bezahlt machen: 95 Prozent des später hier
       produzierten Stroms sollen nach Thailand exportiert werden. Für Leute wie
       Herrn Dschok bleibt da wenig.
       
       Andritz ist zu einem Gespräch mit der sonntaz nicht bereit. Auf
       schriftliche Anfrage teilt das Unternehmen mit, man werde „mit allen
       betroffenen Stakeholdern“ zusammenarbeiten, also mit allen involvierten
       gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersonen.
       
       Aber was bedeutet das in einem Land wie Laos, in dem seit vierzig Jahren
       dieselbe Partei regiert?
       
       Das Staudammprojekt sei, so teilt Andritz mit, außerdem „unter Mitwirkung
       europäischer Experten von der laotischen Regierung auf Basis von
       ökologischen und sozialen Begleitmaßnahmen detailliert festgelegt“. Neben
       fischfreundlichem Turbinendesign würden Fischmigrationssysteme installiert.
       
       Andritz beruft sich auf das Gutachten des Schweizer Ingenieurbüros, von dem
       Goichot sagt, es sei eine Farce.
       
       Goichot ist in Frankreich groß geworden, an der Rhone. Als er ein kleiner
       Junge war, ist er dort angeln gegangen.
       
       Aber dann wurde die Rhone ausgebaut, sie wurde gestaut und begradigt. Er
       erlebte, wie die Rhone völlig transformiert wurde.
       
       Als Goichot jung war, habe es dort noch Dutzende Fischarten gegeben.
       
       Heute seien es noch vier.
       
       ■ Nick Reimer, 46, ist Redaktionsleiter von Klimaretter.info und Paddler.
       Dämme findet er doof
       
       23 Feb 2013
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) NICK REIMER
       
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