# taz.de -- Kommentar Abriss Esso-Häuser: Der Kiez wird kannibalisiert
       
       > Mit dem Abriss der Esso-Häuser droht der Reeperbahn, ein weiteres Stück
       > ihres speziellen Flairs abhanden zu kommen. Das ist eine Entwicklung, die
       > der Stadt, aber auch Investoren nicht recht sein kann.
       
 (IMG) Bild: Vom Abriss bedroht: Die Esso-Tankstelle.
       
       Mit dem Abriss der Esso-Häuser droht der Reeperbahn, ein weiteres Stück
       ihres speziellen Flairs abhanden zu kommen. Das ist eine Entwicklung, die
       der Stadt, aber auch Investoren nicht recht sein kann. Denn wenn das
       Schmuddelige und Verruchte verschwindet, wird St. Pauli ein Stadtteil wie
       jeder andere.
       
       Das Millerntor-Hochhaus, das Brauerei-Quartier, Hadi Teheranis Tanzende
       Türme - das sind Bauten, die es an jedem anderen Ort der Welt auch geben
       könnte. Für die Läden und Restaurants, die hier eingezogen sind, muss
       keiner nach St.Pauli fahren. Wenn jemand kommt, dann wegen der billigen
       Absteigen und der schrägen Altbauten, die Nischen für Diskotheken, Clubs
       und Bars, für Peepshows und Bordelle bieten.
       
       Mit den Neubauten wird nur deshalb viel Geld verdient, weil noch einen
       ganze Menge von der alten Reeperbahn übrig geblieben ist. Je mehr davon
       wegfällt, desto uninteressanter werden die gestylten Büros und
       Yuppie-Wohnungen.
       
       Für die Stadt kann das nur heißen, dass sie den Wandeln mit allen zur
       Verfügung stehenden Mitteln steuern muss. Andernfalls kann sie sich den
       Mythos Reeperbahn und die damit verbundenen Touristenströme abschminken.
       Neue und alte Immobilienbesitzer sollten sich zusammensetzen und darauf
       achten, dass nicht der eine dem anderen das Geschäft versaut.
       
       16 May 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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