# taz.de -- Kommentar Atomtransporte auf Fähren: Politisch ausgebeutet
> Keiner will auf der Reise zum Schweden-Urlaub sein Wohnmobil neben einem
> Uran-Laster parken. Die Anti-Atom-Bewegung könnte das ausnutzen.
(IMG) Bild: Strahlende Fracht? Die Scandlines-Fähre aus Rødby legt in Puttgarden auf Fehmarn an.
Atom ist überall. Nicht nur in den 17 deutschen Atomkraftwerken, auf der
Castor-Strecke nach Gorleben oder in der Brennelementefabrik im
emsländischen Lingen strahlt Material vor sich hin. Nein, Nuklearbrennstoff
und radioaktiver Abfall aus Forschung und Medizin werden kreuz und quer
durchs Land gekarrt. Auch wenn nicht alles davon gefährlich ist - politisch
ausbeuten lässt es sich prima.
Wegen der Transporte radioaktiven Materials durch Großstädte wie Hamburg
hat es mehrfach parlamentarische Anfragen gegeben. Eine große Debatte wurde
daraus nicht. Da bietet ein Brennelemente-Transport auf Personenfähren der
Anti-Atom-Bewegung ganz andere Möglichkeiten.
Zwar ist der Transport unbestrahlter Brennelemente ungefährlich und nicht
vergleichbar mit einem Castor-Transport. Darauf kommt es aber nicht an:
Beim Thema Atom regiert das Gefühl und das sagt: Ich will nicht zum
Natururlaub nach Schweden fahren und dabei mein Wohnmobil neben einem
Uran-Laster parken.
Die Reederei TT-Line hat reagiert: Sie verzichtet darauf, Laster mit
radioaktiven Gefahrgütern zu verschiffen. Mit ein bisschen Protest dürfte
es ein leichtes sein, auch Scandlines solche Transporte zu vergällen. Schon
sind die Daumenschrauben für die Atomindustrie eine Umdrehung weiter. Und
niemand muss sich wundern, dass die Transporte nicht an die große Glocke
gehängt werden.
17 Jun 2011
## AUTOREN
(DIR) Gernot Knödler
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Von und nach Schweden transportiert die Reederei Scandlines LKW über die
Ostsee, die mit frischen Brennstäben beladen sind. Und das möglicherweise
auch per Personenfähre.