# taz.de -- Fußball-Nachwuchs in Japan: Taktik im Kindergarten
       
       > Im japanischen Frauenfußball werden mit dem „Super-Mädchen-Projekt“
       > bereits jüngste Talente trainiert. Doch es fehlt an professionellen
       > Vereinsstrukturen.
       
 (IMG) Bild: Wurde schon im Kindergarten im Kicken unterrichtet: Kozue Ando
       
       Dass man sich in Japan nach dem Erfolg der „Nadeshiko“ eine Verschnaufpause
       gönnt, ist mehr als unwahrscheinlich. Schon die nächste starke Generation
       japanischer Fußballerinnen steht in den Startlöchern: Die U17 Japans musste
       sich bei der WM im vergangenen Jahr erst Südkorea im Finale beugen. Auch
       Nationaltrainer Norio Sasaki schwärmte nach dem verdienten Erfolg über die
       Schwedinnen: „Unsere 16-Jährigen sind noch besser“.
       
       Ein Blick auf die Strukturen in Fußball-Japan erklärt die beneidenswerte
       Zukunftsperspektiven des japanischen Coaches und zeigt auf, dass die
       aktuellen Erfolge auf einem breiten Fundament basieren. Seit acht Jahren
       läuft das „Super-Mädchen-Projekt“ des japanischen Fußballverbands (JFA),
       das weibliche Talente frühzeitig fördern soll.
       
       Und es trägt Früchte. Fußball wird in Japan zunehmend Schulsport, die
       Hälfte der Kinder wählt für den Nachmittagsunterricht den zuvor eher
       unpopulären Sport.
       
       Teilweise wird sogar noch früher sportartspezifisch geübt: Die drittälteste
       Spielerin im Kader, Kozue Ando, berichtet, sie habe schon im Kindergarten
       unter Anleitung gekickt. Damals noch gemeinsam mit Jungen. Heutzutage
       werden die Mädchen in Schulteams trainiert, dreimal pro Woche leisten sich
       die Schulen sogar einen externen Fußballtrainer.
       
       Besonders taktische Elemente werden schon ab der Grundschule einstudiert,
       so sollen physische Nachteile ausgeglichen werden. In regionalen
       Schulwettkämpfen werden die Spielerinnen aus Grund- und Mittelschulen
       gesichtet und dann zu Trainingseinheiten auf den schuleigenen Sportanlagen
       zusammengetrommelt. Oder sie ziehen in die 2006 gegründete JFA-Akademie.
       
       Noch fehlen allerdings die Vereinsstrukturen, um die Talente nach der
       Schule aufzufangen. Der Sprung in die semiprofessionelle L-League ist oft
       zu groß.
       
       17 Jul 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lennart Wehking
       
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