# taz.de -- Gaddafi führt keine Rebellen-Gespräche: "Bis zum Tag des jüngsten Gerichts"
       
       > Die Rebellen haben offenbar einen Anschlag auf hohe Funktionäre in
       > Tripolis verübt. Nicht der einzige Rückschlag für Gaddafi. Trotzdem
       > bleibt der Diktator kompromisslos.
       
 (IMG) Bild: Vielseitiger Gaddafi: Sonnenbrillenträger, Poet und Diktator.
       
       TRIPOLIS/KAIRO dpa/dapd | Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi
       schließt Gespräche mit den Gegnern seines Regimes weiter kategorisch aus.
       Er werde bis zum "Tag des Jüngsten Gerichts" nicht mit den Rebellen
       sprechen , sagte Gaddafi am Donnerstag in einer Rede vor Anhängern in
       seiner Heimatstadt Sirte. "Es ist die Stimme des libyschen Volkes - frei
       und ungehorsam - die ihnen antworten wird."
       
       Zugleich forderte er die Stämme in der von den Aufständischen
       kontrollierten Großstadt Misrata in einer Audio-Botschaft, die in der Nacht
       zum Freitag vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, auf, diese zu
       "befreien". "Diese Farce sollte beendet werden. Es ist eine Schande, dass
       ihr sie akzeptiert", wetterte Gaddafi.
       
       Indes vermeldeten die Aufständischen westlich von Misrata Fortschritte. Bei
       Dafnija, zwischen Misrata und der Gaddafi-Hochburg Slitan gelegen, rückten
       sie vier Kilometer in Richtung Slitan vor, berichtete der Nachrichtensender
       Al-Dschasira am Freitag. An diesem Frontabschnitt nahmen sie außerdem einen
       hohen Kommandeur der Gaddafi-Truppen gefangen. General Abdul Nabi Sajid sei
       dabei leicht verletzt worden und werde demnächst vernommen.
       
       Wie der Sender weiter meldete, soll es bewaffneten Aufständischen in der
       Hauptstadt Tripolis gelungen sein, einen Angriff auf ein Gebäude zu
       starten, in dem hochrangige Regime-Funktionäre zu einer Beratung
       zusammengekommen waren. Unter ihnen soll auch Abu Bakr Trabulsi, einer von
       Gaddafis Geheimdienstchefs, gewesen sein. Wie die Aktion ausging, wurde
       indes nicht bekannt.
       
       22 Jul 2011
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Debatte Libyen: Oje, Gaddafi ist ein Diktator
       
       Das bei linken Kritikern beliebte Bild vom aufgeklärten Despoten verkennt
       fahrlässig die Lage der meisten Libyer vor dem Nato-Angriff
       
 (DIR) Tödliche Attentate in Norwegens Hauptstadt: Bombe im Zentrum, Schüsse im Camp
       
       Sieben Menschen sterben bei der Explosion einer Autobombe in Oslos
       Regierungsviertel. Kurze Zeit später tötet ein Mann mehrere Teilnehmer
       eines Jugend-Ferienlagers.
       
 (DIR) Krieg in Libyen: USA treffen Gaddafi-Gesandte
       
       Zwischen den USA und dem Gaddafi-Regime gab es Gespräche. Libyen sieht
       darin einen ersten Schritt, für die USA war es eine einmalige Sache. Der
       Vormarsch der Rebellen gerät ins Stocken.
       
 (DIR) Libysche Rebellen rücken weiter vor: Gaddafi-Truppen verlassen Ölstadt
       
       Die Regierungstruppen haben sich aus der strategisch wichtigen Ölstadt
       Brega zurückgezogen. Das Problem der Rebellen: Straßen und Gebäude sind mit
       Minen gepflastert.
       
 (DIR) Krieg in Libyen: Durchhalteparolen in Tripolis
       
       Während Gaddafi Forderungen nach einem Rückzug eine klare Absage erteilt,
       greift die Nato Ziele in der Hauptstadt an. Und die Rebellen setzen ihre
       Offensive auf die Ölstadt Brega fort
       
 (DIR) Beratung über Libyen-Krieg: Rebellen als Regierung anerkannt
       
       Beim Treffen der Libyen-Kontaktgruppe haben mehr als 30 Staaten
       beschlossen, das Regime Gaddafis nicht länger als Regierung anzuerkennen.
       
 (DIR) Nach Vorwurf von Human Rights Watch: Libysche Rebellen dementieren
       
       Human Rights Watch wirft den libyschen Aufständischen Plünderungen und
       Gewalt gegen Zivilisten vor. Bei einem Besuch in Brüssel wies
       Rebellenführer Dschibril die Anschuldigungen zurück.