# taz.de -- 9live-Moderator über Lehrjahre: "9live war meine Therapie"
> Nun wurde der Gewinnspiel- und Talk-Sender 9live endgültig eingestellt.
> Ein Gespräch mit dem ehemaligen Moderator Thomas Schürmann.
(IMG) Bild: Ausgequasselt: Der Sender 9Live.
taz: Herr Schürmann, Sie waren zehn Jahre lang bei 9live. Wie empfinden Sie
das Ende des Senders?
Thomas Schürmann: Ich sehe es mit einem weinenden und einem lachenden Auge:
2001 stieg ich beim neu gegründeten Sender 9live ein und war seitdem quer
durch das ganze Programm zu sehen. Die Zeit war sehr lehrreich und auch
lustig. Aber jetzt, nach 10 Jahren, heißt es: auf zu neuen Ufern!
Was genau haben Sie bei 9live gelernt?
Viel, 9live war meine Therapie! Als ich da anfing, war ich gerade einmal 25
Jahre alt und dementsprechend quirlig. Im Laufe der 10 Jahre bin ich
wesentlich ruhiger geworden. Es kann natürlich sein, dass das die Ruhe des
Alters ist, aber ich habe das Gefühl, dass ich meine Sprechenergie in der
Sendung einfach raus lassen konnte.
Wie musste eigentlich ein 9live-Moderator sein? Wie schafft man es, über so
lange Zeit einen Redefluss zu produzieren?
Als 9live-Moderator musste man schon eine Rampensau sein. Ich würde sogar
behaupten: Fast alle ehemaligen Moderatoren des Senders haben eine
Profilneurose. Das heißt aber nicht, dass sie alle die ganze Zeit reden.
Die Stillsten hinter der Kamera waren oft die Lautesten vor der Kamera. Ein
spezielles Dauersprech-Training gab es jedenfalls nicht.
Und wie sieht Ihre berufliche Zukunft nach 9live aus?
Am Dienstag hatte ich meinen ersten Arbeitstag beim Homeshoppingsender HSE
24. Meine Erfahrung aus dem live-Fernsehen ist dabei sehr hilfreich, auch
wenn es Unterschiede gibt: bei 9live ging es wesentlich lauter und
schriller zu als bei HSE 24, da ein Spiel im Vordergrund stand. Jetzt sind
es Produkte.
10 Aug 2011
## AUTOREN
(DIR) Lucie Yertek
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