# taz.de -- Mauergedenken II: Rechtes Grüppchen droht mit "Volkszorn"
       
       > Am einstigen Grenzübergang Bornholmer Straße trifft sich die NPD.
       > Hunderte protestieren dagegen.
       
 (IMG) Bild: Demonstrant gegen die NPD-Kundgebung
       
       Am Mittag des 13. August fließt stundenlang kein Verkehr über die
       Bösebrücke am S-Bahnhof Bornholmer Straße. Der Grund: eine Kundgebung der
       NPD unter dem Motto "50 Jahre Mauerbau - Wir gedenken der Mauertoten".
       Obwohl bundesweit geworben wurde, ist die Beteiligung mager: Gerade einmal
       60 Rechte haben sich eingefunden. Die Redner, darunter Holger Apfel von der
       NPD Sachsen, versuchen die peinliche Situation mit markigen Phrasen zu
       übertünchen. Den etablierten Parteien wird der "Volkszorn" wie 1989 in der
       DDR angedroht. Viel mehr als Pflichtapplaus gibt es nicht.
       
       Auf beiden Seiten der Brücke haben sich AntifaschistInnen postiert. Durch
       Pfeifen und Sprechchöre bringen sie ihren Unmut über das rechte Treiben zum
       Ausdruck. Waren anfangs noch 600 NazigegnerInnen auf der Straße,
       verkleinert sich die Zahl der AktivistInnen bald. "Da die Rechten mit der
       Bahn angekarrt wurden und wir die Anreise nicht verhindern konnten, gibt es
       nichts mehr zu tun", sagt eine Frau, die mit einer kleinen Gruppe den Ort
       verlässt. Hannah Schuster hingegen bleibt standhaft. Die Aktivistin der
       Gruppe "Für eine linke Strömung" (fels) hat sich direkt am Absperrgitter
       postiert, auf dem Transparent, das sie hält, steht "Nazistrukturen
       zerschlagen". Sie findet es wichtig, Präsenz zu zeigen. Unzufrieden ist sie
       über die starke Präsenz von Parteien auf der Gegenkundgebung: SPD, Linke
       und Grüne sind mit Stand, Fahnen und Luftballons vertreten, die grüne
       Spitzenkandidatin Renate Künast beteiligt sich ebenso am Protest wie
       Linken-Landeschef Klaus Lederer. Andere teilen ihre Kritik: "Das ist eine
       Aktion antifaschistischer Bürger, da sollten sich Parteien zurückhalten",
       meint ein junger Mann.
       
       Zufrieden sind die AntifaschistInnnen nicht mit der Resonanz auf ihren
       Aufruf. "Ich hätte mehr Menschen erwartet, wenn die NPD an einem historisch
       bedeutsamen Datum an einem historischen Ort aufmarschiert," meint eine
       Frau. Ihre Befürchtung: Durch die ständigen rechten Aktivitäten im
       Wahlkampf könnte ein Gewöhnungseffekt eintreten.
       
       14 Aug 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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