# taz.de -- Einigung über Glücksspielvertrag: Schleswig-Holstein spielt nicht mit
> Alle Bundesländer außer Schleswig-Holstein haben sich auf einen
> Glücksspielstaatsvertrag geeignet. Das nördlichste Bundesland hält
> weiterhin am eigenen Gesetz fest.
(IMG) Bild: Durchmischte Gesetzeslage: Die Reform soll den Glücksspielmarkt liberalisieren.
LÜBECK dpa | Die Bundesländer mit Ausnahme von Schleswig-Holstein haben
sich auf einen Entwurf zur Liberalisierung des Glücksspielmarktes in
Deutschland geeinigt. Das sagten die Ministerpräsidenten von
Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, Kurt Beck (SPD) und Harry Peter
Carstensen (CDU) nach einem Treffen in Lübeck. Sein Land habe sich
enthalten, sagte Carstensen.
Nach einem Entwurf der 15 Länder soll es 20 Lizenzen für
Sportwettenanbieter und eine Spieleinsatzsteuer von 5 Prozent geben. Für
Schleswig-Holstein wird es eine Beitrittsklausel geben. "Wir haben das
Ganze "15 plus 1 genannt. Und auf das "plus 1" warten wir heute", sagte
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). "Und wir warten
auf die 15", antwortete der Kieler Ministerpräsident Peter Harry Carstensen
(CDU).
Carstensen bekräftigte seine Verhandlungsbereitschaft. Die Hürden für ein
Ende des Sonderwegs sind allerdings hoch: "Ich habe ein Gesetz. Ich kann
nicht in eine Ministerpräsidentenkonferenz reingehen und einfach über einen
Gesetzgeber hinweg beschließen", sagte er.
Außerdem müsse die EU-Kommission die Reformpläne für den
Glücksspielstaatsvertrag akzeptieren. Den bisherigen Entwurf hatte sie
kritisiert, für Kiel gab sie dagegen ihr Placet. Beck sagte, wenn Kiel
nicht mitziehe, müsse man sich zur Wehr setzen. Wie, ließ er offen.
Die schwarz-gelbe Koalition in Schleswig-Holstein hat hingegen die Lizenzen
nicht begrenzt, sieht niedrigere Abgaben vor und erlaubt
Online-Glücksspiele im Netz. Das Gesetz tritt Anfang 2012 in Kraft,
Genehmigungen für Spielanbieter gibt es aber erst ab März. Damit solle eine
Tür für einen gemeinsamen Weg mit den 15 anderen Ländern offen bleiben,
sagte Carstensen. Dem müsste der Landtag zustimmen, und die Signale der
CDU-Fraktion weisen eher nicht in diese Richtung.
27 Oct 2011
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