# taz.de -- Kandidat I: Olaf Lies
> Hannovers Bürgermeister Stephan Weil oder Landeschef Olaf Lies? Am
> Sonntag entscheidet die SPD-Basis in Niedersachsen über die neue Nummer
> 1.
(IMG) Bild: Nur einer kann es werden: Stephan Weil (l.) oder Olaf Lies
Stallgeruch: Realschulabschluss, Bundeswehr, zweiter Bildungsweg,
Elektrotechnik-Studium und später Personalratsvorsitzender der
Fachhochschule Wilhelmshaven: Lies hat den typischen
Sozialdemokraten-Lebenslauf - ohne Sozialdemokratie: In die SPD eingetreten
ist er erst 2002, die ihn umgehend zum Sander Ortsvereins-Vorsitzenden
machte.
Erfahrung: Für die SPD saß er zuerst im Kreistag Friesland, seit 2008 im
Landtag. Seine parteiinterne Feuertaufe erlebte er Ende 2009 bei den
Auseinandersetzungen um den wegen Korruptionsvorwürfen als Altlast
empfundenen SPD-Granden Karl-Heinz Funke, wo er als stellvertretender
Landesvorsitzender klare Kante zeigte.
Fallhöhe: Hoch! Seinen Posten als Landesvorsitzender macht er von seinem
Erfolg bei der Urwahl abhängig, was nicht unumstritten ist. Sollte Weil am
Sonntag gewinnen und den Landesvorsitz für sich beanspruchen, tritt Lies
ihn ab. Abgeordneter bleibt er.
Seilschaften: Lies ist klarer Außenseiter, auch wenn er das für ein
"öffentlich geprägtes Bild" hält. Selbst sein eigener Bezirksverband
Weser-Ems hat eine Empfehlung für ihn erst abgegeben, nachdem er verkündet
hatte, als Spitzenkandidat antreten zu wollen. Dass ihn auch
Gewerkschaften, Sozialverbände und Grüne unterstützen, wäre für die
Landtagswahl ein Vorteil - für die Mitgliederbefragung wohl nicht.
Allerdings galt Lies auch bei der Kür zum SPD-Vorsitzenden als Außenseiter.
Basisnähe: Eine Stärke von Lies: Er dürfte parteiintern flächendeckend
bekannt sein. In seiner Amtszeit als Parteivorsitzender hat er alle 200
Ortsvereine besucht.
Fairness-Faktor: Mit direkten Spitzen gegen Weil ist Lies zurückhaltend.
Ein wenig deutlich wird er auf seiner Homepage, wo er den Kontrahenten als
"hervorragenden Oberbürgermeister" lobt und sich von "Hinterzimmerpolitik
und Befehlen" abgrenzt, "auch wenn sie im Mantel einer Empfehlung
daherkommen".
Typ und Auftritt: Lies gegen McAllister, das wäre wie ein Duell unter
Brüdern - nicht nur wegen der telegenen Optik. Beide wirken mit Anfang 40
noch recht jugendlich, beide können auf Menschen zugehen, beide sind
überzeugende Redner - wobei Lies fürs TV mitunter noch zu viele Worte
macht. Mit all dem Elan wirkt er gelegentlich wie ein Wanderprediger der
Sozialdemokratie. Peinliche Versprecher leistet er sich indes nicht.
25 Nov 2011
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