# taz.de -- Ein Neonazi aus den USA in Österreich: Nazi-Uniform und Ku Klux Klan
       
       > Deutschland musste der Holocaust-Leugner David Duke schnell wieder
       > verlassen. In Österreich hingegen ist der US-Amerikaner seit Jahren schon
       > wohlgelitten.
       
 (IMG) Bild: Der Holocaust-Leugner und Nazi-Fan David Duke saß drei Jahre für die Republikaner im Kongress von Louisiana.
       
       WIEN taz | Ende November ist den deutschen Behörden ein illustrer Herr
       aufgefallen. David Duke, der bei einem Neonazi-Treffen in Köln auftreten
       wollte, ist ein berüchtigter Holocaust-Leugner und Anhänger der
       Herrenrasse-Ideologie. Die Polizei fackelte nicht lange, als sie seinen
       Pass kontrollierte. Denn ein von der Schweiz verhängtes Aufenthaltsverbot
       gilt für den gesamten Schengenraum. Nach Hinterlassung einer Kaution und
       unter der Bedingung, Deutschland sofort zu verlassen, wurde der
       US-Amerikaner schnell wieder freigelassen.
       
       Keine Probleme mit dem Aufenthalt hat der ehemalige Grand Wizard des Ku
       Klux Klan von Louisiana in Österreich, wo er im beschaulichen Ski- und
       Badeparadies Zell am See ein unauffälliges Dasein fristet. Seit mindestens
       vier Jahren, sagt Karl Öllinger, Abgeordneter der Grünen, der bei den
       Behörden schon mehrere Anfragen gestellt hat. 2009 wurde ihm beschieden,
       der Rechtsextremist halte sich nur als Tourist in Österreich auf.
       
       In Wahrheit lebt er schon fast zehn Jahre im Land. Er dürfte sich bald nach
       Verbüßung einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Betrugs in den USA
       nach Salzburg abgesetzt haben. Anfangs, so Öllinger, habe Duke in der
       Landeshauptstadt unter dem Namen David Ernest gelebt.
       
       Während man sonst in Österreich mit der Abschiebung von Ausländern, deren
       Papiere abgelaufen sind, nicht lange zögert, zeigen die Behörden im Fall
       von Duke erstaunliche Langmut. Heute beruft sich das Innenministerium auf
       Malta und Italien, deren Regierungen dem Neonazi eine Ausnahme vom
       Schengenverbot ausgestellt hätten. Die sei auch für Österreich gültig.
       Öllinger: "Für mich ist die Haltung des Innenministeriums eine glatte
       Rechtsbeugung und auch ein katastrophales Signal. Rechtsextremisten werden
       vom Verfassungsschutz offensichtlich mit Samthandschuhen angefasst."
       
       Wenn Unbekannte an der Haustür von David Duke läuten, öffnet dessen junge
       russische Freundin. Duke selbst zeigt sich selten. Er entfaltet seine
       Aktivitäten vor allem im Internet, wo er seine Propaganda absondert und
       seine Acrylbilder an Sammler zu bringen versucht. Gelegentlich nimmt Duke
       auch Auslandstermine wahr, wie etwa im Dezember 2006, als Irans Präsident
       Mahmud Ahmadinedschad zur Holocaust-Konferenz nach Teheran lud.
       
       ## Auftritte als blonder Herrenmensch
       
       ## 
       
       In Deutschland war Duke im Jahr 1996 Gast bei einem Fest der DVU in der
       Passauer Nibelungenhalle und im Jahr 2002 Redner auf dem Pressefest der
       Deutschen Stimme. Dort traf er auch den Ex-NPD-Vorsitzenden Udo Voigt.
       
       Holocaust-Leugner Ernst Zündel zählt zu seinen ideologischen Vorbildern. In
       seinem Buch "The Awakening" ("Das Erwachen") versucht Duke den Beweis
       anzutreten, dass die Judenvernichtung nicht stattgefunden hat. Schon
       während seines Studiums an der Louisiana State University, wo er eine
       rassistische Studentenverbindung namens White Youth Alliance (Allianz der
       weißen Jugend) gründete, sorgte der blonde Herrenmensch durch Auftritte in
       Naziuniform und Feiern zu Hitlers Geburtstag für Skandale.
       
       Karl Öllinger kann sich die Toleranz der österreichischen Behörden
       gegenüber einem bekennenden Neonazi nur damit erklären, dass es eine
       Übereinkunft mit den Vereinigten Staaten gibt. Österreich sorge dafür, dass
       der Mann in seiner Heimat keine Probleme schafft. In Köln machen seine
       Sympathisanten mobil. Sie wollen am Samstag gegen die "Unterdrückung der
       Meinungsfreiheit" marschieren.
       
       5 Dec 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralf Leonhard
       
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