# taz.de -- sonntaz-Gespräch mit Lady Bitch Ray: "Ich bin ein moralischer Mensch"
       
       > Lady Bitch Ray provozierte mit Porno-Rap und Vaginalsekret. Jetzt will
       > sie brav werden, ein bisschen. Ihr Traum: Eine Professur. Ob das als Dr.
       > Lady Bitch Ray geht?
       
 (IMG) Bild: Sie liebt die Selbstinszenierung: Lady Bitch Ray im Jahr 2007.
       
       2008, Lady Bitch Ray zu Gast bei "Schmidt&Pocher": Die Linguistin und
       Pornorapperin überreicht Moderator Oliver Pocher ihr Vaginalsekret. Und:
       Ihre Inszenierung geht auf, Lady Bitch Ray ist omnipräsent.
       
       Es waren Auftritte wie diese, für die die Musikerin stand. Ein Jahr zuvor
       saß sie bei Sandra Maischberger und hatte mit 74 schlüpfrigen Wörtern in 75
       Minuten schockiert. Ein Jahr später brach sie zusammen: Neurotische
       Depression und Burnout.
       
       Sie ist zurück und will sich vor allem auf ihre wissenschaftliche Laufbahn
       konzentrieren, im sonntaz-Gespräch spricht eine Frau mit zwei Identitäten.
       "Als mein Zusammenbruch kam, war das Wichtigste, dass ich alles loslasse.
       Da ging es dann nur noch um Leben und Tod, ums Weiterleben. Ich hatte eine
       sehr schwere Depression. Da sieht man nichts mehr", sagt sie im
       sonntaz-Gespräch.
       
       Lady Bitch Ray ist Reyhan Sahin und umgekehrt. Sie scheint beide
       Persönlichkeiten in sich zu tragen. Heute kann Sahin über ihr Alter Ego
       Lady Bitch Ray reflektiert und mit einer gewissen Distanz reden. Sahin ist
       türkisch-alevitisch sozialisert und in Bremen aufgewachsen. Ihr Vater ging
       arbeiten und ihre Mutter blieb zu Hause mit der Sehnsucht nach Heimat im
       Herzen.
       
       In Bremem war sie als Rapperin bekannt, die sich auffällig anzieht. Schritt
       für Schritt entwickelte sich daraus Lady Bitch Ray. "Ich habe ein Konstrukt
       daraus gemacht: eine Lady Bitch Ray, die stark ist, emanzipiert und eine
       starke freie Sexualität auslebt", sagt sie.
       
       Jetzt hat sie ihre Doktorarbeit abgegeben und verteidigt diese nächsten
       Monat. Sie möchte in die Wissenschaft. Ihr Berufsziel: Professorin an einer
       Universität. Trotzdem: So ganz kann sie Lady Bitch Ray nicht sein lassen.
       Im Oktober soll ihr neofeministisches Pamphlet "Bitchsm" erscheinen. Es sei
       ein Buch über Sexualität, Aufklärung, Unterdrückungsmechanismen und auch
       über HipHop, sagt Sahin.
       
       Im Interview spricht Reyhan Sahin außerdem über Lady Gaga, Alice Schwarzer
       – und ihre eigene Spießigkeit. Das gesamte Gespräch lesen Sie in der
       aktuellen sonntaz in der [1][Wochenendausgabe] der taz vom 28./29. Januar –
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       28 Jan 2012
       
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