# taz.de -- SPD Berlin: Rackles: Wechsel in SPD-Führung
       
       > Der Berliner SPD-Parteivize Mark Rackles will im Juni nicht mehr
       > kandidieren und empfiehlt auch dem Landesvorsitzenden Michael Müller den
       > Rückzug.
       
 (IMG) Bild: Der Berliner SPD-Vorsitzende Michael Müller bei seiner Vereidigung als Stadtentwicklungssenator.
       
       Der Berliner SPD-Landesvize Mark Rackles hat seinen Rückzug aus dem
       Landesvorstand angekündigt. Der Berliner Zeitung sagte der dem linken
       Parteiflügel zugerechnete Rackles am Freitag, es sei schwer, die Aufgaben
       im Landesvorstand mit den Anforderungen als neuer Bildungsstaatssekretär zu
       vereinbaren.
       
       Als weiteren Grund gab er an, es sei politisch-programmatisch schwierig,
       Regierungshandeln und Parteiführung zu verbinden. Es müsse eine
       „solidarische Distanz“ zwischen Partei und Senat geben. Derzeit sind drei
       der sechs Mitglieder des Landesspitze Teil der Regierung.
       
       Rackles legte auch SPD-Chef und Stadtentwicklungssenator Michael Müller
       nahe, im Juni nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren: „Ich an seiner
       Stelle würde mich auf eine Funktion konzentrieren.“ Seit Längerem wird
       spekuliert, der SPD-Kreischef von Friedrichshain-Kreuzberg und Parteilinke
       Jan Stöß könne im Juni gegen Müller antreten. Von Rackles und Stöß war am
       Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Müller sagte auf Anfrage, er
       äußere sich zum Sachverhalt „grundsätzlich nicht“.
       
       Von den Kreisvorsitzenden gab es Unterstützung dafür, den Landesvorsitz
       stärker vom Senat zu trennen. Jörg Stroedter, Vorsitzender der
       SPD-Reinickendorf, sagte, die Partei müsse „das Profil Mitte-links“
       schärfen. Mit einer starken Überlappung mit dem rot-schwarzen Senat sei
       dies schwierig.
       
       Barbara Loth, ebenfalls stellvertretende Landesvorsitzende und
       Gesundheitsstaatssekretärin, kündigte an, im Juni erneut zu kandidieren.
       Sie könne Rackles’ Gründe nachvollziehen. Jeder müsse für sich entscheiden,
       ob er die Doppelbelastung in Regierung und Vorstand tragen wolle. Ein
       politisches Problem sehe sie in der Überlappung nicht.
       
       23 Mar 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Juliane Schumacher
       
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