# taz.de -- Nordkorea droht Süd-Medien mit Raketen: PR des Schreckens
       
       > Nordkoreanische Generäle drohen routiniert martialisch mit Raketenangriff
       > auf südkoreanische Medien. Neu dabei ist die Erfindung des „offenen
       > Ultimatums“.
       
 (IMG) Bild: Nordkorea - bekannt für Propaganda-Overkill hat sich eine neue PR-Variante des Schreckens für den Süden überlegt
       
       Nordkoreas Regime, das sich im Dauerkrieg mit dem US-Imperialismus und
       seinen südkoreanischen Lakaien wähnt, ist für den rhetorischen Overkill
       seiner Propaganda weltbekannt. So wie Nordkoreas stalinistisches Regime
       seinen eigenen Potentaten Kim I, II, und III immer wieder geradezu
       göttliche Fähigkeiten zuschreibt, wird dem verfeindeten kapitalistischen
       Südkorea schon mal mit einem „heiligen Krieg“ oder der „Verwandlung in ein
       Flammenmeer“ gedroht – auch aus innenpolitischen Gründen, um hohe
       Militärausgaben oder die strenge Ausrichtung auf seine Führungsdynastie zu
       rechtfertigen und von der eigenen Misswirtschaft abzulenken.
       
       Das Problem mit Nordkoreas martialischen Drohungen ist nur, dass sie sich
       irgendwann abnutzen und ihren Schrecken verlieren, wenn erst ein
       Gewöhnungseffekt eintritt und sie sich nur allzu oft als hohl erweisen.
       Doch probiert Pjöngjang eine neue PR-Variante des Schreckens: Am Montag
       drohte Nordkoreas Generalstab südkoreanischen Medien mit gezielten
       Raketenangriffen auf deren Zentralredaktionen.
       
       Denn diese hätten es doch tatsächlich gewagt, eine Massenveranstaltung der
       (nord-)„Koreanischen Kinder Union“, bei der 20.000 Jungen und Mädchen dem
       neuen Machthaber Kim Jong Un ihre Gefolgschaft gelobten, als
       Propagandaveranstaltung zu bezeichnen.
       
       Um die Drohung der Generäle zu untermauern, veröffentlichte die nördliche
       Agentur KCNA jetzt auch die zur Programmierung der Raketen notwendigen
       Zielkoordinaten. Das wurde mit einem „offenen Ultimatum“ verbunden, bei dem
       es sich offenbar um eine einzigartige nordkoreanische Erfindung handelt.
       
       Im Pressefreiheitsranking von Reporter ohne Grenzen belegt Nordkorea hinter
       Eritrea den vorletzten Platz. Mit dieser außergewöhnlichen Liebeserklärung
       an Südkoreas Medien dürfte Pjöngjang bald Weltspitze sein.
       
       4 Jun 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven Hansen
       
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 (DIR) Pressekonferenz
       
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