# taz.de -- Computervirus „DNS-Changer“: Virus dreht Opfern das Internet ab
       
       > Mit Kampagnen und Testprogrammen haben Behörden PC-Nutzer vom Virus
       > „DNS-Changer“ befreien wollen. Zehntausende können ab Montag nicht mehr
       > ins Internet.
       
 (IMG) Bild: Test auf „DNS-Changer“: Wenn das erscheint, ist alles in Ordnung
       
       Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – das ist nun das
       Motto des FBI. Am kommenden Montag werden sie die Server abschalten, die
       viele Opfer des Virus „DNS-changer“ seit über einem halben Jahr online
       halten. Danach müssen sie sehen, wie sie ihren Rechner wieder ins Internet
       bekommen.
       
       Bereits im November 2011 hatte die US-Bundespolizei sechs Online-Kriminelle
       verhaftet, die den Virus im Internet verbreitet hatten. Über vier Jahre
       hatten die Bande alles getan, um ihren Virus auf die Rechner möglichst
       vieler Nutzer zu schleusen. Mit Erfolg: Alleine in den USA war eine halbe
       Million Rechner befallen, insgesamt über vier Millionen in 100 Ländern.
       
       Dabei attackierte die Schadsoftware eine zentrale Schwachstelle jedes
       Internet-Rechners: Die so genannten DNS-Einstellungen, die dem Rechner den
       Weg zu jedem anderen Ziel im Internet weisen.
       
       Statt die Informationen von ihrem eigenen Provider zu beziehen, wo zum
       Beispiel die Seite der taz zu erreichen ist, fragten die betroffenen
       Rechner künftig bei dem DNS-Server der Kriminellen an.
       
       ## 14 Millionen mit Web-Umleitungen verdient
       
       Der konnte die Opfer beliebig umleiten. Ein lukratives Geschäft: Die
       Kriminellen leiteten die Rechner auf Seiten um, die sie selbst betrieben
       und auf der Werbung geschaltet waren. Sie konnten auch schlicht die Werbung
       auf normalen Webseiten austauschen. 14 Millionen Dollar sollen die
       Viren-Programmierer so kassiert haben.
       
       An sich ist der Virus relativ harmlos – andere Botnetze übernehmen die
       volle Kontrolle über Rechner und nutzen diese Macht aus, um
       Kreditkarten-Informationen zu stehlen oder andere Infrastrukturen zu
       attackieren.
       
       Durch die Harmlosigkeit des „DNS-Changer“ blieb vielen Betroffenen dessen
       Aktivität ganz verborgen. Problem: Die Schadsoftware hat eine Funktion, um
       installierte Anti-Viren-Programme vom Update abzuhalten. Somit kann der
       Nutzer weder den DNS-Changer, noch andere Schadprogramme erkennen.
       
       Nachdem die Kriminellen gefasst waren, hatten die Polizisten ein Problem:
       Würden sie die Rechner der Kriminellen abschalten, wären mit einem Mal alle
       infizierten Rechner vom Internet getrennt. Also installierte das FBI
       DNS-Server, die den Betroffenen den normalen Weg den Webseiten weisen
       sollten. Für die Betroffenen änderte das nichts: Ihr Rechner lief weiterhin
       normal – statt der betrügerischen Werbung sahen sie die normale Werbung aus
       Webseiten.
       
       ## Großprovider für virenverseuchte Rechner
       
       Doch ewig konnte das Spiel nicht weitergehen: Das FBI wollte nicht zum
       Großprovider für virenverseuchte Rechner werden und die infizierten Rechner
       waren in immer größerer Gefahr, sich andere, noch gefährlichere Viren
       einzufangen. Also suchten die Strafermittler die Zusammenarbeit mit
       Providern, um die Viren von den Rechnern zu löschen.
       
       Theoretisch wäre es möglich gewesen, die Rechner erneut mit Programmen zu
       infizieren, sie die Einstellungen des Rechners zurückversetzen. Doch ein
       solches vorgehen wäre illegal und könnte unvorhersehbare Folgen für die
       Betroffenen haben.
       
       Ob man selbst betroffen ist, ist einfach festzustellen. So haben deutsche
       Provider die Webseiten [1][DNS-OK] und [2][DNSChanger.eu] aufgesetzt, die
       einfach feststellen können, ob der Rechner die vom Virus gesetzten
       DNS-Server verwendet. Auch Google zeigt bei identifizierten Betroffenen
       eine Warnmeldung an. Die Kur ist relativ einfach: Die Fehlermeldungen
       weisen auf ein Programm, das den Schädling und seine Folgen beseitigt. Wer
       damit bis Montag wartet, kommt aber nicht mehr auf die Webseite und muss
       einen anderen Rechner benutzen um sich das rettende Anti-Viren-Programm
       herunterzuladen – oder gleich Windows neu installieren.
       
       6 Jul 2012
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] http://dnschanger.eu/
       
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